Samstag, 24. Juni 2017

Klarant Verlag - Ostfriesische Serien


    


KLARANT - VERLAG



Ich möchte Euch gerne die ostfriesischen Krimi-Serien aus dem *Klarant-Verlag* vorstellen, ein Verlag, der Romane und Krimis mit dem gewissen Etwas herausbringt.

Das Spektrum reicht von Liebesromanen bis zu Ostfriesland-Krimis und diese sind mit viel Liebe und Wissen ausgesucht worden.

Ich, als Serien-Fan, bin natürlich gleich über die Ostfriesland-Krimi-Serien gestolpert und diese möchte ich Euch hier etwas näher vorstellen.


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Serien von Susanne Ptak

Neben einigen "Stand Alone" Krimis, sind bisher 3 Serien von der Autorin erschienen.

Die *Ostfriesische Spinngruppe-Reihe* umfasst bisher folgende Bände

1. Grünlandmord
2.Hexenmord
3. Wiekenmord
4. Rosenmord
5. Hebammenmord
6. Feuermord
7. Familienmord
8. Hochzeitsmord
9. Jägermord
10. Autorenmord
11. Veganermord



Die *Dr. Josefine Benner-Reihe* umfasst bisher folgende Bände

1. Mord in Greetsiel
2. Mord in Wiesmoor
3. Mord in Leer
4. Mord in Pilsum



Die *Lena Smidt-Reihe* umfasst bisher folgende Bände

1. Tod im Mormerland
2. Tod im Zirkus


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Serie von Andrea Klier

Die *Hauke Jolhansen-Reihe* umfasst bisher folgende Bände

1. Lazarusmord
2. Die schwarze Perle
3. Ostfriesische Rache
4. Friesische Zerstörung
5. Das letzte Ultimatum
6. Tödliche Wappen
7. Ostfriesisches Erbe
8. Ostfriesische Gier
9. Ihr letzter Fall


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Serien von Ele Wolff

Neben den beiden Serien hat auch Ele Wolff einige Krimis geschrieben, die keiner Serie angehören.

Die *Henriette Honig-Reihe* umfasst bisher folgende Bände

1. Das tote Kind
2.Ostfriesisches Gift
3. Stummes Herz
4. Mörderisches Emden
5. Mordsplan
6. Nordseetod


Die *Janneke Hoogestraat-Reihe* umfasst bisher folgende Bände

1. Friesenhuus
2. Eisige Gier


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Serie von Edna Schuchardt

Die *Jeanette Maros-Reihe* umfasst bisher folgende Bände

1. Friesenfeuer
2. Friesentod
3. Weil sie böse sind


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Serie von Sina Jorritsma

Von der Autorin sind auch einiges Krimis erschienen, die keiner Serie angehören.

Die *Köhler & Wolter-Reihe* umfasst bisher den Band

1. Mord am Siel


Die *Mona Sander & Enno Moll-Reihe* umfasst bisher folgende Bände

1. Friesenflirt
2. Friesenbraut
3. Friesenkreuz
4. Friesenlauf
5. Friesenwahn



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Serie von Ulrike Busch

Die *Kripo Greetsiel-Reihe* umfasst bisher folgende Bände

1. Tod am Deich
2. Mordskuss


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Wer jetzt hoffentlich noch neugieriger geworden ist, der kann sich gerne über den folgenden Link zur Verlagsseite klicken.


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Donnerstag, 22. Juni 2017

Murder Park - Jonas Winner




** Murder Park **

von 

~~ Jonas Winner ~~



Thriller
416 Seiten
erschienen 
am 13. Juni 2017
im HEYNE Verlag


Kurz zur Geschichte
(lt. Autorenseite)
Zodiac Island vor der Ostküste der USA: ein beliebter Freizeitpark – bis dort ein Serienmörder drei junge Frauen auf bestialische Weise tötet. Der Täter Jeff Bohner wird schnell gefasst, der Park aber geschlossen. Die Schreie der Opfer scheinen vergessen zu sein. 20 Jahre später: Die Insel soll zur Heimat werden für den Murder Park – eine Vergnügungsstätte, die mit unseren Ängsten spielt. Paul Greenblatt wird zusammen mit elf weiteren Personen auf die Insel geladen. Und dann beginnen die Morde.
Ein Killer ist auf der Insel …keiner kann dem anderen trauen …die nächste Fähre kommt erst in drei Tagen.



Meine Meinung
Mit seinem Thriller *Die Zelle* konnte mich der Autor Jonas Winner damals schon in seinen Bann ziehen und als ich den Klappentext zu *Murder Park* las, dachte ich, wow, das muss ich lesen, es klingt so spannend und "anders". Ich muss gestehen, das ich so alte, verlassene Orte (Lost Places) eh sehr interessant und unheimlich faszinierend finde. Deswegen war ich gespannt, wie Jonas Winner das in seinem Thriller verarbeiten wird. Und genau von dieser unheimlichen und gruseligen Atmosphäre hätte, meiner Meinung nach, mehr vorhanden sein können. Spannung und Grusel kam schon auf, aber mir wurde zuviel vom Hotel und der Insel beschrieben, als vom Park direkt. Dies und viele Wiederholungen haben mich beim Lesen etwas gestoppt.
Wurde dann endlich einmal was vom Park direkt beschrieben, wie z.b. die alten eingerichteten Gäste-Bungalows und deren skurrile "Bewohner", da konnte mich der Autor wieder begeistern mit seinen Beschreibungen und detaillierten Hinweisen, so das ich echt eine Gänsehaut bekam. Und das Ende? Da kann ich wieder meinen Hut ziehen, denn das war für mich völlig unvorhersehbar, so kaum vorstellbar und echt genial.




Fazit
Eine Story, die an einem ungewöhnlichen Ort spielt, der mehr Beachtung verdient hätte.
Leider hat das Buch mich nicht zu 100% überzeugen können, aber Spannungs- und Gruselmomente konnte mir der Autor trotzdem bescheren.



~ Interessante Link´s ~

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Samstag, 17. Juni 2017

Küstenfluch - Hendrik Berg



** Küstenfluch **

von

~ Hendrik Berg ~




Kriminalroman
320 Seiten
erschienen
am
20. März 2017
im
Goldmann Verlag



Kurz zur Geschichte
(lt.Autorenseite)
Ein rostiges Wrack taucht aus dem Schlick des Wattenmeeres auf! Auf einmal scheint ein Fluch über der Küste zu liegen – mysteriöse Verbrechen halten Nordfriesland in Atem, Menschen sterben auf furchtbare Weise. Ein Opfer: Bauer Hinnerk Jessen. Der ehemalige Berliner Kommissar Krumme ermittelt zusammen mit einer jungen Kollegin: War es ein Mord oder ein Unfall? Sie stoßen auf ein Familiendrama.  Plötzlich müssen sie selbst um ihr Leben kämpfen. Und ein kleiner Junge mit furchtbaren Alpträumen macht sich alleine auf den Weg ins Watt, um den Fluch zu beenden.



Meine Meinung
Man kann diesen dritten Band auch unabhängig von den beiden Vorgängern lesen, wer aber gerne die Entwicklung der Charaktere mitverfolgen möchte, dem empfehle ich Band 1+2 zu lesen.
Wieder konnte mich Hendrik Berg mit seinem Schreibstil begeistern. Unheimlich, mystisch und spannend fand ich diese Story von der ersten bis zur letzten Seite.
Diese düstere Stimmung des Nordens einzufangen, das hat der Autor drauf. Theo Krumme hat es nicht einfach, bei den "sturen und wortkargen" Nordlichtern anzukommen. Die Orte der Handlungen sind hervorragend beschrieben und da ich Husum noch aus meinem letzten Urlaub kenne, konnte ich hier einiges innerlich mitverfolgen.
Auch mit dem Ende, welches mich nicht im Ungewissen zurück gelassen hat, konnte Hendrik Berg bei mir punkten. Es gibt nichts schlimmeres, als einen Krimi zu lesen und den Fall, beim Zuklappen des Buches, als nicht vollständig er- bzw. geklärt zu wissen. Tja und nun? Nun heißt es abwarten und Tee trinken, bis der nächste Band erscheint und man als LeserIn sich wieder mit Theo und Co. im Norden des Landes herumtreibt.



Fazit
Ein gut gelungener Krimi, der mich vor allem mit seiner düsteren und mystischen Stimmung überzeugen konnte.




~ Buchtrailer ~






~ Lesenswerte Link´s ~

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Donnerstag, 15. Juni 2017

Tödlicher Dunst - Steffen Geiger




** Tödlicher Dunst **

von

~ Steffen Geiger ~


Krimi
284 Seiten
erschienen
am
10. Mai 2017
im
Books on Demand Verlag


Klappentext
(lt.amazon.de)
Bremen, mitten in der Flüchtlingskrise 2015.
Eine rechtsradikale Motorradgang verübt Anschläge auf Flüchtlingsheime.
Kommissar Claasen, gerade nach seinem Zwangsurlaub zurück im Dienst, scheint mit der neuen Situation völlig überfordert.
Zusammen mit seinem neu zugeteilten Partner Markus Getjen nimmt er eine Spur auf, die sonst niemand sieht.
Doch plötzlich scheinen alte Bekannte eine entscheidende Rolle in dem Fall zu spielen.
Warum taucht Frank Meinert plötzlich bei ihm, ohne jeden erkenntlichen Grund, im Revier auf?
Claasen ahnt schnell, dass mehr hinter all dem steckt, als blos ein paar verrückte Rechtsradikale. Hier geht es um einen größeren Plan.
Wird er ihn verhindern können?






Meine Meinung 
Dieses Buch ist die Fortsetzung von "Valentins Geheimnis-Eingeholt von der Vergangenheit" und die Protagonisten aus dem ersten Teil geraten hier in die Machenschaften von Rechtsextremen.
Ich muss dazu sagen, das ich das erste Buch nicht gelesen habe und dem Autor, Steffen Geiger, war es wichtig so zu erfahren, ob man trotzdem der Story und den Personen folgen kann. Dazu muss ich nun sagen, das die ersten gut 50 Seiten, mich als Leserin erschlagen haben, mit Namen, wer mit wem und warum. Zudem habe ich keinen Bezug gefunden, ob das Gelesene nun schon in Band 1 geschehen ist, oder ob es nun gerade jetzt erst passiert. Ich hatte ja somit keinen Vergleich oder konnte mich auch nicht zurück erinnern, wie das einem ja oftmals passiert, wenn zwischen einzelnen Bänden einer Serie mehrere Monate liegen. Aber ich bin ja pfiffig und mache mir zu meinen Rezensionen immer Notizen mit Namen, Berufen, Alter, Familie und Co. So hatte ich dann mit den Personen den Durchblick und die Geschichte ging in einen, für mich wichtigen, Lesefluss über. Nicht mehr groß nachdenken und aufschreiben, sondern sich durch die Story treiben lassen, die ja nun seit vielen Monaten unser aller Alltag geworden ist, das Zusammenleben mit Flüchtlingen. Das dies einigen Gruppierungen nicht passt kommt sehr drastisch rüber und lässt einem das Blut in den Adern gefrieren, zu was Menschen fähig sein können.
In der Geschichte gibt es eigentlich auch keine Hauptperson, die mich von Anfang bis Ende begleitet, sondern es kommen mehrere Protagonisten vor, die einen großen Teil des Ganzen ausmachen. Neben Kommissar Claasen, der sich mit seinem neuen Partner Markus Getjen zusammenraufen muss, kommt auch oft Marlies Brendel zu Wort, die ehemalige Lehrerin die nett wirkt, aber auch nicht ohne ist und Frank Meinert, dessen Freundin Polizistin war und die vorherige Partnerin von Claasen, die bei einem Schusswechsel ums Leben kam. Alle haben ihr Päckchen zu tragen und doch geht jeder damit anders um.  


Fazit
Trotz allem würde ich dazu raten, den ersten Band unbedingt vorher zu lesen, wenn man direkt den Überblick haben will. Steffen Geiger hat es geschafft in diesem Buch die Story so zu verarbeiten, das er mit der Angst der LeserIn spielt. Der Angst, die viele von uns kennen, die man am liebsten aber nicht wahrhaben möchte und vor allem die man nie erleben will.

Tod auf leisen Pfoten - Sandra Hausser



** Tod auf leisen Pfoten **

von

~ Sandra Hausser ~


Rhein-Main-Krimi
Band 1
257 Seiten
erschienen 
am 
01.Mai 2017
bei
Midnight by Ullstein



Klappentext
(laut Autorinnenseite)
Kommissarin Hannah Bindhoffer hat in Rüsselsheim ein neues Zuhause gefunden. Auch mit Jens Hartmann, ihrem Partner bei der Kripo, versteht sie sich blendend. Die beiden werden zu einem Tatort gerufen, an dem eine tote Frau gefunden wurde. Zunächst deutet alles auf einen Selbstmord hin. Ein Abschiedsbrief, gedämpfte Beleuchtung und die passende Musik untermauern den Verdacht. Doch schon bald müssen die Kommissare feststellen, dass nichts ist, wie es scheint. Als ein weiterer Mordanschlag gerade so vereitelt werden kann, geraten die Ermittler unter Druck.




Meine Meinung
Mit diesem Krimi hat Sandra Hausser den ersten Teil der Rhein-Main-Krimi-Serie vorgelegt und ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt. Der Schreibstil lässt sich gut lesen, ab und an mit etwas Humor gespickt und endlich mal wieder ein Ermittler-Team, welches gut harmoniert und sich auch versteht. Also miteinander und nicht gegeneinander.
Hannah Bindhoffer, die Kommissarin, scheint mir eine taffe und coole Frau zu sein, die ihr Privat- und Berufsleben nach einigen Tiefschlägen umkrempelt und wieder selbst in die Hand nimmt. Sie war mir von Beginn an sympathisch, da sie nicht nur an sich denkt, sondern auch die Kollegen und Vorgesetzten im Blick hat. Allen voran kümmert sie sich um ihren Kollegen Jens Hartmann, den ich zum piepen finde. Leider blieb er mir etwas zu blass neben Hannah. Aber vielleicht ändert sich das ja im nächsten Fall.
Den Großteil der Geschichte nehmen die Fälle und die Ermittlungen ein, aus dem Privatleben des Teams erfährt man immer mal wieder nebenbei kleine Auszüge, so das man sich auch ein Bild vom Leben außerhalb der Arbeit machen kann.
Die Idee und Umsetzung warum der/die Mörder/Mörderin die Taten begangen hat war mal etwas ungewöhnliches, aber leider hat mir hier gefehlt, das der auslösende Aspekt nicht richtig benannt wurde, das hätte für mich die Story noch runder erscheinen lassen. 
Was mir wiederum gut gefallen hat, waren die Ausführungen der Polizeiarbeit, die nachvollziehbar und genau beschrieben wurde.
Die Spannung hat mich vom Prolog bis zur letzten Seite durch das Buch getrieben und das macht Lust auf den demnächst erscheinenden zweiten Band dieser Serie.



Fazit
Ein solider, guter Krimi, der ohne viel Blutvergießen und ohne detaillierte Gewaltbeschreibungen auskommt. 




~ Interessante Link´s ~

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Mittwoch, 14. Juni 2017

Perfidie-Die Bosheit der Macht - Vanessa Heintz



** Perfidie - Die Bosheit der Macht **

von

~ Vanessa Heintz ~


Thriller
Band 1
384 Seiten
erschienen
am
09. Juni 2017
im
Blitzeis Verlag


Klappentext
(laut Autorinnenseite)

„Sie war eine Mörderin, die sich vor nichts mehr fürchtete als dem Leben.“


Funktionieren oder sterben. Die Auswahl in Sophias Leben ist nicht besonders vielfältig. Die junge Söldnerin bewegt sich stetig am Rande des Abgrunds, ohne zu wissen, von welcher Seite der nächste, vernichtende Stoß ausgehen wird.  
Gefangen im Spinnennetz einer gnadenlosen Organisation führt sie einen einsamen Kampf, bis zu dem Tage, an dem ein Neuling ihre Welt vollständig auf den Kopf stellt. Doch Sophias vermeintliche Freunde haben perfide Pläne und zwingen sie zu einer Entscheidung. Stehend sterben oder kriechend leben. Denn es gibt keine Gegner – nur wehrhafte Opfer.




Meine Meinung
Vanessa Heintz schafft es immer wieder weibliche Charaktere zu erschaffen, die kein "normales Leben" führen, sondern die immerzu in einen Strudel geraten aus Anerkennung, Macht, Sex, Aufstiegschancen, oder auch einfach nur um den Kampf des nackte Überlebens.
Auch mit Sophia Rabenau ist wieder so eine Figur entstanden, mit der man unter keinen Umständen tauschen möchte. Ihr Leben als Söldnerin, und später als Teamleaderin der K-16-Gruppe ist sie oftmals dem Tod näher als dem Leben, doch sie kommt immer wieder auf die Beine. Zwar geschunden, missbraucht und gedemütigt, aber der innere Schweinehund will nicht, das sie ins Gras beißt. Sie möchte ihre Machtstellung ausfüllen und den widerlichen Männern ihrer Gruppe zeigen, wer hier das Sagen hat. Das sie damit bei den Kerlen aneckt ist klar. 
Knallhart und ohne etwas zu beschönigen lässt die Autorin ihre Hauptprotagonistin schlimme Dinge erleben und vor allem überleben, hierbei sollte man als LeserIn nicht zu zart besaitet sein, denn es geht schon extrem zur Sache.
Vanessa Heintz zieht mich als Leserin immer mit in den "Untergrund", in die dunklen Welten, die existieren, die aber niemand richtig kennt. Zudem ist ihr Schreibstil eine wahre Wonne, einerseits knallhart und extrem wenn es sein muss, aber andererseits, wenn es passt, auch gefühlvoll und lieblich. Diesen Gefühls-Mix einer Person, in einer Story, zuzuordnen, das hat die Autorin drauf.


Mein Fazit
Wieder ein Thriller den ich allen empfehlen kann, die Storys und Charaktere mögen, die weitab des Mainstreams angesiedelt sind.




~ Weitere Bände dieser Trilogie ~

Herbst 2017
Band 2 
*Perfidie - Die Bosheit in uns*

Frühjahr 2018
Band 3
*Perfidie - Die Bosheit in mir*




~ Interessante Link´s ~

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Dienstag, 13. Juni 2017

Ohne Warnung - Sebastian Cohen

Krimi?Thriller?Abenteuer?



* Ohne Warnung *

von 

~ Sebastian Cohen ~



Thriller
320 Seiten
erschienen
am 
13. Januar 2017
bei
CreateSpace Independent Publishing



Klappentext
(laut Autorenseite)
In Keene, einer kleinen verschlafenen Stadt in New Hampshire, herrscht das herrlichste Sommerwetter, doch Duke verkriecht sich in seinem abgedunkelten Zimmer. Er kann sich kaum bewegen, ohne dass Wellen von Schmerzen seinen Körper durchfluten. Die Abreibung, die er gestern in der Kiesgrube von seinen vermeintlichen „Freunden“ bekommen hatte, war heftig - zu heftig. In den Tagen der Heilung schwört er sich, nie wieder ein Opfer zu sein ! Nie wieder ein Verlierer! Mit viel Einfallsreichtum und Finesse findet Duke Mittel und Wege, die perfekten Verbrechen zu inszenieren. Immer wieder findet er sich in Situationen wieder, die seine „dunkle Seite“ in ihm zum Handeln zwingen. Nur die Liebe kann ihn wieder auf die richtige Bahn bringen. Wird er diese finden? Das Buch nimmt den Leser mit auf eine spannende Reise quer durch die USA und begleitet Duke bei seiner Metamorphose vom schüchternen Jungen zum technisch versierten Computergenie, der mit einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und einer gehörigen Prise Gesellschaftskritik zu einem Bösewicht heranwächst, den man einfach mögen muss. Er gerät in einen Strudel von Gewalt, Liebe, Verlust, Abenteuern und der Suche nach sich selbst. Duke sucht nicht die Gewalt, aber sie findet ihn.



Meine Meinung
Krimi ? Thriller ? Abenteuer ? Roadmovie ?
Für mich umfasst der Roman alles was ich eben genannt habe.
Und Duke, tja, wie soll man ihn beschreiben ?
Einzelgänger, Träumer, Daheimverkriecher, am liebsten unsichtbar und bei Ärger? Am schnellsten abhauen und diesem aus dem Weg gehen. Bis ein schlimmes Erlebnis diese ganzen Eigenschaften ausschaltet und Duke sein Leben in die Hand nimmt und komplett umkrempelt. Er will nicht mehr der sein, der verkloppt wird, der verhöhnt wird und der als Weichei tituliert wird, er will das Sagen haben und die Macht über Andere, aber so, das diese es erst spät bemerken, zu spät oftmals.
Duke beginnt seinen Rache- und Vergeltungszug ohne Rücksicht auf Verluste. Neben diesen tödlichen Charaktereigenschaften und seiner Liebe zur Technik und Co. trifft ihn der Pfeil der Liebe zu Bristol. Hier zeigt er sich von seiner liebevollen Seite, die er auch hat. Tief drinnen hat er sich immer nach Liebe gesehnt, die seine Eltern ihm niemals gegeben haben. Man gönnt es Duke so richtig, das er mit Bristol glücklich ist und die Zeit mit ihr zusammen genießt, doch irgendwie ahnte ich es schon, das dies nicht ewig anhalten wird. Das Glück ist Duke vergönnt, er kann einem richtig leid tun. Nach diesem Schlag nimmt sein Leben eine neue Wendung und ...
Der Schreibstil und die Ausarbeitung der Charaktere, im Vordergrund natürlich Duke, sind dem Autor Sebastian Cohen sehr gut gelungen. Ich mag es, wenn man der Hauptperson so nah kommt, das man mit ihr  leidet, sich mit ihr freut und auch mit ihr traurig ist. Hier wird die ganze Gefühlspalette bedient. Zudem kommt man ziemlich viel in den USA herum, man reist bildlich durch viele Bundesstaaten und kann förmlich den Staub der Highways auf der Haut spüren.


Mein Fazit
Ich habe nichts zu meckern und freue mich ungemein auf den zweiten Teil der Geschichte mit Duke.

Sonntag, 11. Juni 2017

Blogbesuch von Leserkanone




Blogbesuch von Leserkanone

Ich danke dem Team der Leserkanone für die interessanten Fragen und freue mich nun auch bei Euch vertreten zu sein.



Hier die Link´s zur Seite und zu meiner Blogvorstellung

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Samstag, 10. Juni 2017

Amnesia - Jutta Maria Herrmann




*AMNESIA - Ich muss mich erinnern*

von

~ Jutta Maria Herrmann ~


Thriller
336 Seiten
erschienen
am
01.06.2017
im
Verlag: Droemer und Knaur





Kurz zur Geschichte
(lt.Autorinnen-Seite)
Als Helen die schockierende Diagnose Krebs im Endstadium erhält, wagt sie den Schritt, Berlin zu verlassen und Zuflucht in der alten Heimat bei ihrer Familie zu suchen. Sie hofft, sich endlich mit ihrer Mutter aussöhnen zu können, zu der sie ein schwieriges und distanziertes Verhältnis hat.
Schon bald nach ihrer Ankunft muss sie feststellen, dass ihre schwangere Schwester von Ehemann Leon gedemütigt und misshandelt wird. In ihrer Angst um Kristin und das Baby spielt Helen mit dem Gedanken, Leon aus dem Weg zu räumen. Was hat sie groß zu verlieren? Aber einen Menschen töten? Ist sie dazu wirklich fähig?
Am nächsten Morgen ist Leon tot – ermordet. Und Helen fehlt jede Erinnerung an die vergangene Nacht.



Meine Meinung
Dies war mein erstes Buch von Jutta Maria Herrmann und ich werde auf alle Fälle, die vorher erschienenen Thriller, auch noch lesen.
Beeindruckend war für mich vor allem dieser wundervolle Schreibstil. Packend, mit Wendungen und Wahrnehmungen, mit Irrsinn und Wahnsinn und besonders hervorheben möchte ich, die bildliche Vorstellungskraft die ich beim Lesen empfunden habe, wenn es um Örtlichkeiten ging, um Wetterbeschreibungen, die Gruselszene auf dem Friedhof und um die tiefen Träume. In letzter Zeit habe ich selten eine so intensive und ausdrucksstarke Beziehung zu einer Protagonistin herstellen können, wie in dieser Geschichte zu Helen. Ich hatte sofort einen Draht zu ihr, wenn auch nicht aus Mitleid, aber auch nicht sofort aus Zuneigung, das kam erst später hinzu, sondern eher aus der Situation heraus, wie sie ihr Leben nun weiterführen soll. Den Spannungsbogen hat die Autorin fast durchgehen hochgehalten mit Wendungen und neuen Ansätzen, die alles sofort wieder in einem anderen Licht haben erscheinen lassen. Es wurden Personen in das Geschehen eingearbeitet, denen man auch alles zutrauen würde, aber es wurde dann im Gegensatz, auch genauso glaubwürdige deren Unschuld beschrieben. Ach, ich wusste irgendwann gar nicht mehr, wem ich was glauben sollte und wem nicht. Und ich schätze mal, das war es auch, was Jutta Maria Herrmann ihren LeserInnen zumuten wollte.
Zum Ende hin wird man zwar mit angerissenen, klitzekleinen Hinweisen dazu verleitet, als LeserIn selbst zu entscheiden, wem man nun diese Taten anlasten möchte, aber ich mag es eher, wenn ich das Buch nach dem Beenden zuklappe und genau weiß, was nun passiert ist, warum es geschehen ist und vor allem, wer es denn nun war. 
Aber ich habe für mich entschieden, das es ...... war. 
Ob es stimmt? Keine Ahnung!


Mein Kurz-Fazit:
Unheimlich, unheimlich spannend, unbedingt lesen !!!




~ Interessante Link´s ~

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Mittwoch, 7. Juni 2017

Katharina Klimt - Küssen ist Sünde



** Küssen ist eine Sünde **

von

~~ Katharina Klimt ~~


Klappentext
Anna ist verzweifelt. Genau an ihrem fünfundzwanzigsten Geburtstag kommt sie früher von der Arbeit als Krankenschwester und erwischt ihren Freund keuchend zwischen zwei schlanken Schenkeln.
Hals über Kopf rennt sie auf die Straße und springt kurzentschlossen in einen wartenden Reisebus. Der einzige freie Platz ist neben Samuel, einem faszinierenden Mann. Und der nimmt sie sogar mit auf eine Exkursion ins märchenhafte Florenz! Doch da gibt es ein kleines Detail: Ihr gutaussehender Begleiter ist angehender Priesterkandidat!
Für Anna beginnt eine aberwitzige Reise, die sie von Momenten absoluten Glücks bis zum Abgrund der Traurigkeit führt. Ist zarte Liebe zwischen zwei Menschen stärker als das Zölibat? Und wer ist der geheimnisvolle Mäzen, der auf Samuel ein wachsames Auge hat?
Immer enger umkreisen sich Anna und Samuel. Doch als das Ersehnte schon in greifbarer Nähe scheint, nehmen die Dinge eine rasante Wendung, an deren Ende ein furchtbares Geheimnis steht.






(eine kleine erotische)
Leseprobe
😉

»Sag mir. Wie hast du es dir vorgestellt?«
»Was meinst du?«, fragte Samuel.
Ihre Stimme war ein Flüstern. »Wir beide – zusammen – vereinigt.« Ihre Hände wanderten über sein Shirt. Die Fingerkuppen fühlten sehnsüchtig nach seiner Brust, stießen an die harten, kleinen Brustwarzen und nahmen sie zwischen die Finger, um sie sanft zu reiben. Samuel stieß die Luft aus.
»Also?«, nahm sie leise den Faden wieder auf. »Erzähl mir deine Fantasie.« Sie merkte, wie sich der Widerstand in seiner Mitte aufbäumte, wie er sich an ihren Schritt drängte. Sie senkte ihr Becken bewusst dagegen. Er stöhnte auf und streckte die Arme nach beiden Seiten, wie ein Krieger, der um Gnade flehte.
»Was hast du dir vorgestellt?« Ihre Stimme zitterte.
»Wir sind ganz abgekämpft und verschwitzt, nach einem langen Spaziergang. Und wohnen in einem edlen Palazzo, direkt in Florenz. Dort gibt es ein prächtiges Badezimmer mit einer großen, freistehenden Wanne.«
Anna atmete hörbar ein. Ihre Hände glitten fahrig über sein glatt anliegendes Shirt. »Das klingt traumhaft. Was machen wir dann?«
»Wir beschließen zu baden«, kam es rau von ihm. »Zusammen...«



~ Link´s zum Buch ~




Buchvorschau inkl. Leseprobe - Saskia Calden



* Der stille Feind *

von 

~~ Saskia Calden ~~


Psycho-Thriller


Klappentext




EXKLUSIVE LESEPROBE
Die Ziffern auf dem Radiowecker zeigen 5:28. Mark ist schon seit einer halben Stunde weg, und doch könnte ich schwören, ihn gehört zu haben.
Ich lausche ins Halbdunkel. Mein Atem geht flach. Es riecht nach Rauch, beißend, süß. Noch einmal sauge ich die Luft ein, richte mich auf, horche, ob irgendwo ein Feuer knistert. Aber da ist nichts. In meinem Kopf staut sich das Blut, weil ich sekundenlang den Atem anhalte. Vielleicht kommt der Geruch von draußen durch die Lüftung. Der säuselnde Hauch bläst durch die Lamellen. Die Fenster sind zu, das weiß ich. Sebastian ist hier in Sicherheit. Niemand wird ihn holen.
Warum denke ich so etwas? Ich weiß doch, dass keiner kommen wird, um ihn mir wegzunehmen. Und trotzdem verspüre ich diese Angst im Bauch. Für einen kurzen Moment schließe ich die Augen und seufze. Unser Sohn macht mich ganz verrückt mit seinem Wahn.
Mein Blick streift durch den Raum, der Rauchgeruch ist weg. Merkwürdig. Ich schnuppere noch einmal. Mein Herzschlag beruhigt sich wieder. Ich sehe umher und fixiere die gerahmten Familienfotos, akkurat aufgehängt an der taupefarbenen Wand unseres Schlafzimmers. Unseres neuen, gemeinsam eingerichteten Schlafzimmers. Mit einem Kleiderschrank aus Kirschbaumholz und einem viel zu großen Bett, von dem wir jetzt froh sind, dass es so groß ist. Jeder seine Seite, in der Mitte eine Linie, die unsere Hälften voneinander trennt. Viel Platz für jeden. Ich sollte die Bilder austauschen. Sie gegen neue ersetzen, zeitgemäßere. So viele Lügen an einem Fleck hält doch keiner aus.
Schnell wende ich den Blick ab. Wieder halte ich inne. Da ist ein Knarren, als ob jemand die Treppe hochgeht. Mein Herz steht für einen Augenblick still. Jetzt ein Schluchzen. Kaum hörbar, aber mein Instinkt schickt den Laut durch jede Faser des Bewusstseins.
Ich schlage die Decke zur Seite und schlüpfe in das T-Shirt, das auf dem Boden liegt. Leise gehe ich ums Bett, während mein Herz schlägt wie eine Buschtrommel. An der Tür angekommen, vergrößere ich den Spalt und linse hinaus. Die tief stehende Morgensonne wirft Licht durch das Fenster am Ende des Flurs. Alles scheint ruhig. Ich wage den Schritt über die Schwelle.
Noch während ich am Bad vorbei zur Treppe schleiche, fällt hinter mir eine Tür ins Schloss, so laut, dass ich erschrocken stehen bleibe. Ich fahre herum, mein Blick haftet an der Tür zu Sebastians Kinderzimmer. Sie ist die einzige, die ganz geschlossen ist. Zugefallen? Zugestoßen? Mir wird heiß, meine nackten Fußsohlen machen tappende Geräusche, als ich auf dem Holzboden hinübereile. Ich öffne die Tür, sehe nach links zu seinem Bett. Es ist leer. Mein Blick schießt am Wandregal mit den Büchern und Spielen entlang, hin zur Truhe, in der sich seine Plüschtiere türmen.
Ich drehe mich um und haste wieder zur Treppe. Nach einigen Stufen bleibe ich stehen und halte den Atem an. Im Erdgeschoss bewegt sich etwas, ein Schatten huscht über die Wand.
»Mami?«, höre ich Sebastians ängstlichen Ruf.
Ich nehme die letzten Stufen und sehe ihn. Mitten im Hausflur. Mit großen Augen schaut er mich an, zupft an seiner Schlafanzughose und bewegt sich nicht von der Stelle.
»Warum bist du hier unten?«, frage ich und spüre sofort, dass irgendwas nicht stimmt. Es ist noch so früh, normalerweise schläft er lang und steht erst auf, wenn ich ihn wecke.
Seine Augen werden glasig. Ich gehe zu ihm, schließe ihn in die Arme und streichle über seinen Kopf. Die blonden Haare sind nassgeschwitzt, kleine Locken kringeln sich am Nacken. Da bemerke ich, dass sich seine Finger um einen kleinen, glänzenden Gegenstand krallen. Ich löse die Umarmung, hebe seine Hand und erblicke ein Feuerzeug. Es ist mit dem Muster der amerikanischen Flagge bedruckt, an den Kanten abgestoßen, und mir völlig unbekannt.
»Wo hast du das her?«
Er deutet zur Treppe. »Es lag da. Der böse Mann aus meinem Traum hat es verloren. Er will mich mitnehmen.«
Der böse Mann aus seinem Traum? Vielleicht ist es Mark aus der Tasche gefallen. Aber warum sollte Mark ein Feuerzeug bei sich tragen?
In der Küche angekommen, werfe ich einen Blick ins Wohnzimmer. Die Türen zum Garten sind allesamt geschlossen. Nichts deutet darauf hin, dass jemand hier gewesen ist.
»Was ist da, Mami? Was suchst du?«
Ich fahre herum. »Nichts. Setz dich, ich mach dir ein Müsli, okay?«
Warum lasse ich mich immer wieder dazu hinreißen, Sebastians Träumen Glauben zu schenken? Bilde mir sogar ein, dass jemand im Haus gewesen sein könnte. Nur weil er in der Vergangenheit ein paar Mal richtig gelegen hat? Nein, das waren Zufälle, banale Dinge. Nichts, worüber man sich Sorgen machen muss. Doch inzwischen übertreibt er es. Hat Angst, dass alles wahr wird, wovon er träumt – das ist kaum auszuhalten.
Seufzend räume ich den Teller weg, den Mark wie immer hat stehen lassen, stelle meine Tasse unter die Düse des Kaffeeautomaten und schütte Milch und Cornflakes in die Schüssel, während Sebastian seine Hefte aus der Schultasche holt und sie auf dem Esstisch ausbreitet.
Das Mahlwerk fängt zu schreddern an, Kaffeeduft füllt den Raum. Ich werfe einen Blick durchs Küchenfenster, um sicherzugehen, dass Mark auch wirklich schon zur Arbeit gefahren ist. Sein Ford parkt nicht mehr in der Einfahrt. Sicher habe ich seine Stimme nur geträumt.
Ich stelle das Müsli zwischen Sebastians Hefte, nehme meine Tasse und sehe auf die Uhr. Noch zweieinhalb Stunden, dann müssen wir los. Mark habe ich den Termin verheimlicht, weil er es ohnehin nicht verstehen würde. Er ist ein Realist, der sich an Fakten orientiert. Für ihn sind Sebastians Albträume nur eine vorübergehende Phase, schließlich sei das bei Kindern in diesem Alter ganz normal. Aber mich belasten sie. Ich habe Angst, dass irgendwas mit unserem Sohn nicht stimmt. Deshalb werde ich mit ihm dort hingehen, ob es Mark passt oder nicht.
»Bleibst du da und hilfst mir bei der Aufgabe für Deutsch?«,ragt Sebastian, als ich fast zur Tür raus bin.
»Ich rufe nur schnell meine Mails ab, dann komme ich, okay?«
Er verzieht den Mund zu einem breiten Strich, senkt den Kopf und nickt. Mit der Hand streiche ich über sein Haar, dann gehe ich ins Arbeitszimmer und klappe den Laptop auf. Der Ruhemodus verflüchtigt sich. Am oberen Bildschirmrand erscheint das Pop-up mit einer Liste neuer E-Mails. Mit dabei eine Mail von Ralf Bent, dem Produzenten von Delta Media. Ich klicke sie an und überfliege den Inhalt. Er bittet mich, ihm das geänderte Treatment zu schicken, und er will das überarbeitete Drehbuch bis Ende der Woche auf dem Schreibtisch haben. Wie soll ich das bis dahin schaffen? Seit Wochen quäle ich mich durch die Änderungen und habe das Gefühl, die Geschichte entgleitet mir immer mehr. Bent und sein Regisseur lieben meine Story – vorausgesetzt, ich biege sie so hin, wie sie sie haben wollen. Aus meinem geistreichen Drama wurde nach und nach ein Psychothriller. Das Einzige, was geblieben ist, sind die Figuren und das Setting. Als Location habe ich das leer stehende Häuschen mit angrenzender Scheune im Sinn, das Mark, Sebastian und ich kurz nach unserem Umzug in einem nahegelegenen Waldstück entdeckt haben. Das will ich mir die Tage unbedingt näher ansehen. Vielleicht können wir dort ein paar Szenen drehen. Natürlich ist das nur Wunschdenken, denn erfahrungsgemäß habe ich da nicht viel mitzureden.
Ich öffne das Treatment, überprüfe noch schnell die Szenenabfolge und schicke es Bent. Als nächstes klicke ich das Drehbuch an, nur, um einen kurzen Blick darauf zu werfen. Nach und nach scrolle ich im Text nach unten – und lese mich fest. Ich schreibe die Stelle um, an der meine Protagonistin dem Polizisten die Tür aufmacht, füge dann hier und da noch Sätze ein.
Als ich irgendwann auf die Uhr sehe, stelle ich erschrocken fest, dass zwei Stunden vergangen sind. Mein Gedanke schießt zu Sebastian. Ich halte inne. Es ist so ruhig. Warum ist es so ruhig? Kein Seitenrascheln, kein Summen oder Plappern.
»Sebastian?«
Keine Antwort.
Wie erstarrt sitze ich da. An meinen Armen stellen sich die Härchen auf, als hätte jemand über meine Haut gestreift. Vom Ellenbogen bis hinab zum Handrücken. Die gespenstische Stille wird durchbrochen, als ich mich auf dem leise quietschenden Sessel vorneige, um durch die Tür zu spähen …