Samstag, 4. Juni 2016

Der Schuppen - Michael Dissieux

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** Der Schuppen **

von

~ Michael Dissieux ~







Kurz zur Geschichte:
Seit Jackson denken kann, steht der Schuppen vor der großen Dornenhecke ganz hinten im Garten, seit Großvaters Zeiten und seit Vaters Zeiten. Die weiblichen Mitglieder der Familie werden seit Jahrzehnten mit Ausreden davon ferngehalten diesen Schuppen zu betreten. Doch eines Tages traut sich der 12jährige Jackson in den Schuppen und seitdem ist sein Leben nicht mehr das eines unbedarften Jungen. 


Meine Meinung:
Das ist mein erstes Buch von Michael Dissieux und sein Schreibstil und die Wortwahl haben mich sofort fasziniert. Es ist so anders, manchmal melancholisch und poetisch, aber auch krass und krank, ganz der jeweiligen Situation angepasst. Sowas habe ich noch nicht gelesen und es hat mir sehr gut gefallen. 

Zwei Sätze zitiere ich aus dem Buch, an denen man sofort erkennt was ich meine:
"Ich habe gelernt, das nichts im Leben Bestand hat. Irgendwann, wenn es dem alten Herrn (Gott) da oben in den Kram passt, schaut er kurz in Deinem Leben vorbei, reißt es aus seiner Verankerung und lässt es einen Berg hinunterrollen."
Und etwas melancholischer und poetischer ist folgender Satz:
"Der Wind streicht mir wie eine vergessene Liebe durchs Haar."

Solche Sätze erwarte ich eigentlich nicht in einem Horror-Thriller, aber hier passen sie irgendwie, denn dadurch finde ich, zeichnet sich der Charakter der Hauptperson aus. Er kommt als "normaler" Familienvater rüber, der aber daheim nichts mehr zu melden hat und andererseits sein zweites, geheimes Leben lebt. So krass die Gegensätze sind, so werden sie auch in den Beschreibungen und Sätzen dargestellt. Das ist dem Autor hervorragend gelungen.

Was mich etwas störte waren die vielen wiederholten Erwähnung, wann Jackson was erlebt hat und warum er so wurde.
Die Story spielt abwechselnd einmal im Heute und mit Rückblenden ins Damals, in die Kindheit von Jackson, als sich durch seinen Vater, sein Leben für immer änderte. 

Jackson begleitet man als Leser, in der ICH-Form, durch das ganze Buch, die anderen Personen, wie Familie und Co, kommen fast nur am Rande hinzu. Man taucht mit ihm ab in seine kranke Gedankenwelt, in sein Tun und sein Vorhaben. Beängstigend und beklemmend gut beschrieben ist, was dann in dem Schuppen unterirdisch passiert. Das ist echt ...

Wer es wissen will, sollte dieses Buch von Michael Dissieux lesen und es wird nicht mein letztes dieses Autors gewesen sein.



Das Buch bekommt von mir: ★ ★ ★  Sterne




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