Montag, 29. Februar 2016

Die Zelle - Jonas Winner

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*Die Zelle* 
von 
~ Jonas Winner ~


Kurz zur Geschichte:
Sammy, 11 Jahre, zieht mit seinen Eltern, seinem Bruder und einem Au-pair-Mädchen von London nach Berlin. Im Garten der Grunewald Jugendstilvilla entdeckt Sammy einen unterirdischen Tunnel und hört Geräusche. Er verfolgt diese und findet in einer Zelle die völlig mit Gummi ausgekleidet ist und mit einem winzigen Guckloch versehen, ein verängstigtes Mädchen. Am folgenden Tag, als er wieder hinunter geht, ist die Zelle völlig leer und das Mädchen ist weg. Seit dem Umzug nach Berlin benimmt sich Sammy´s Vater komisch. Hat er etwas mit dem gefangenem Mädchen zutun? Wo ist das Mädchen hin? Lebt es noch?

Meine Meinung:
Die Situationen sind von Anfang an sehr dicht und atmosphärisch beschrieben, so das man mit Sammy fühlt und leidet. Hinzu kommt dass das Buch fast nur im Haus und auf dem Grundstück spielt, das macht es auch nochmals spannend, da es ein beengter Raum ist und die Charaktere sich fast immer im Blick haben. Ein ungewohnter Hauptcharakter für einen Thriller, ein 11-jähriger Junge. Von Beginn an hat mich die Story in ihren Bann gezogen und bei dem gut zu lesenden Schreibstil, flog ich von Kapitel zu Kapitel. Zwischen den Zeilen spürt man die Verzweiflung von Sammy, da er in seinem Alter gar nicht weiß, wie man mit so einer Situation umgehen soll. Wem kann er sich anvertrauen? Hat er das wirklich alles so gesehen? Wissen vielleicht noch mehr aus der Familie bescheid, oder wollen sie es nicht sehen und verstehen? Selbst als Leserin zweifelt man auf einmal, ob das wirklich alles so gewesen sein kann, wie Sammy es beschreibt? Wem kann man trauen, wem nicht? Diese Ungewissheit macht das Buch für mich extrem spannend und ungewöhnlich.
Wer einen Thriller lesen will der durchgehen mit Spannung gespickt ist, mit einer außergewöhnlichen Story und wo man als Leser/in selbst nicht mehr weiß was und wem man glauben soll, der kommt mit diesem Buch voll auf seine Kosten. 
Das Buch macht auch Lust auf die anderen Bücher des Autors.

Das Buch bekommt von mir  Sterne


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Neuntöter - Ule Hansen

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*Neuntöter*
von
~ Ule Hansen ~


Kurz zur Geschichte:
Mitten in Berlin, in einem "falschen Haus" (hier wird eine riesige Plane mit einer Hausfront bedruckt, aber dahinter befindet sich nur eine Gerüstkonstruktion) , werden mehrere Leichen gefunden, die mit Panzertape eingewickelt sind und dort wie in einem Kokon baumeln. Die Fallanalytikerin Emma Carow und ihre Kollegen bekommen diesen Fall. Welchen Hintergrund haben der/die Täter die Leichen so zu drapieren und einzuwickeln? Wird es noch mehr Leichen geben, denn Emma scheint eine eigenartige Theorie erkannt zu haben, die die Täter verfolgen könnten. Hinzu kommen noch interne Machtkämpfe zwischen Emma und einem Kollegen und ihre Alleingänge, die sie immer wieder in Gefahr bringen. Zudem kämpft sie innerlich mit wirren Gedanken, da ihr Vergewaltiger wieder auf freiem Fuß ist und sie auf Rache sinnt, aber wie? Werden Leben gerettet werden können, oder nehmen die Morde zu? 


Meine Meinung:
Mit Emma Carow haben die beiden Autoren einen Charakter geschaffen, der mich als Leserin, manchmal in den Wahnsinn getrieben hat. Einmal findet man sie sympathisch, dann irritiert sie einen mit ihren wirren Gedanken und Vorstellungen, dann leidet man mit ihr wenn sie an ihre Vergewaltigung zurückdenkt und dann versteht man sie wieder nicht, wenn sie ihre gefährlichen Alleingänge in Angriff nimmt.Sehr gewöhnungsbedürftig fand ich am Anfang auch die kurzen abgehackten Sätze, oder manchmal auch nur ein Wort. Da fühlte ich mich gehetzt beim Lesen. Dann wieder wird beschrieben was Emma gerade macht und nach einigen Sätzen wird man aufgeklärt, das sie dies doch nicht gemacht hat, sondern sich nur vorgestellt. Oftmals war es einfach von allem ein bisschen zu viel des Guten. Keine Ahnung ob das daran liegt, dass das Buch von zwei Personen geschrieben wurde.Aber es gab auch einige Szenen wo ich mit Emma gelitten habe und wo man vielleicht etwas nachvollziehen kann, warum sie so ist, wie sie ist und was sie tut. Vor allem als ihre Vergewaltigung Thema wird und man als Leserin mitbekommt, was ihr angetan wurde und die schwerwiegenden Folgen daraus. Etwas übertrieben hingegen finde ich wieder die internen Machtkämpfe zwischen Emma und ihrem Kollegen Felix, diese stehen in keiner Relation zur Position die beide haben wollen, nämlich der Schwangerschaftsvertretung der Abteilungsleiterin. Man könnte Wunder denken, um was für eine aufstrebende Position es geht.Das letzte Kapitel wartet noch mit einem Ende auf, wo Emma endlich mal was tut, was man verstehen kann und wo sie Größe und Stärke beweist.

Das Buch bekommt von mir:  Sterne 

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Samstag, 27. Februar 2016

Todesgrüße nach Frankfurt - Helmut Flender

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*Todesgrüße nach Frankfurt*
von
~ Helmut Flender ~


Kurz zur Geschichte:

Auf der Autobahn wird ein Bus mit einer Schulklasse beschossen. 15 Menschen sterben, darunter der Busfahrer, Lehrer und Schüler. Die Journalistin Eva Maler wird zufällig Zeugin des Unglücks und beginnt auf eigene Faust, neben der Polizei, selbst eigene Ermittlungen anzustellen. Für die Polizei und die Medien steht schnell fest, es muss ein terroristischer Anschlag gewesen sein. Doch stimmt das? Oder werden die Ermittlungen in eine ganz andere Richtung laufen?


Meine Meinung:
Der Hauptteil des Buches besteht aus den Ermittlungen, egal ob von Hauptkommissar Jens Kleist und seinem Team, oder von der Journalistin Eva Maler und ihren Kollegen. Wer also gerne Bücher liest, wo das Privatleben der Hauptpersonen zusätzlich eine größere Rolle spielt, wird hier etwas enttäuscht werden.
Nichts ist so wie es scheint und wie schnell man sich eine vorgefertigte Meinung bildet, wird hier sehr deutlich beschrieben. Ein, zwei Hinweise die in die heutige aktuelle Situation passen und schon ist der Täter in der islamistischen Szene zu suchen. Ist es wirklich so einfach?  Der Autor hat es geschafft, mich als Leserin selbst in diese Ecke zu drängen und zu denken, ja so muss es einfach gewesen sein, das war der Auslöser für dieses Unglück. Aber nach und nach wird man in eine andere Richtung gelenkt und das Ende und der Weg zur Auflösung des Falles erscheinen logisch und interessant. 
Sehr eindringlich und beängstigend beschrieben finde ich die Abschnitte die in Srebrenica spielen und die damit verbundene Brutalität im Krieg. 
Ein gut zu lesender Schreibstil, aber dafür finde ich das Cover nicht ganz so passend und für meinen Geschmack hätte es etwas mehr Spannung sein können, aber im Großen und Ganzen ein solider Krimi. 

Das Buch bekommt von mir:  Sterne

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Montag, 22. Februar 2016

Ich warte auf Dich, jeden Tag - Clarissa Linden

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*Ich warte auf Dich, jeden Tag*
von 
~ Clarissa Linden ~


Kurz zur Geschichte:
Erin findet auf dem Dachboden einen alten Brief, aus dem Jahr 1933, an ihrem verstorbenen Großvater Alexander, unterschrieben mit dem Namen „Lily“ und ein Flugticket nach Deutschland. Doch wer war Lily? Erin´s Großmutter hieß anders. Da Erin selbst im Moment einige persönliche Probleme zu verarbeiten hat, die Trennung von ihrem Mann und der Job in der Buchhandlung ihrer Freundin steht auf der Kippe, stürzt sie sich in die Vergangenheit ihres Großvaters und macht sich auf die Reise nach Deutschland um herauszufinden, wer Lily war und warum sie und ihr Großvater sich 60 Jahre nicht vergessen konnten.
Wird es Erin gelingen, dem Geheimnis ihres Großvaters auf die Spur zu kommen?


Meine Meinung:
Die Geschichte spielt in zwei Zeitebenen, einmal im Jahr 1999 mit Erin und einmal im Jahr 1933 mit Lily. Doch zum Ende hin verknüpfen sich diese beiden Erzählstränge sehr harmonisch und logisch.
Clarissa Linden hat es sofort geschafft, mir ihre beiden Hauptpersonen, Erin und Lily, sehr nahe zu bringen. Zwei Frauen die zwar zu unterschiedlichen Zeiten lebten, aber doch einiges gemeinsam haben. Sie müssen mit ihren eigenen und den Entscheidungen von Anderen klar kommen und ihr Leben neu ordnen.
Der wundervolle Schreibstil der Autorin beschreibt selbst alltägliche Situationen so, dass man als Leserin sich alles sehr genau vorstellen kann. Das kommt vor allem sehr gut rüber, wenn es um Lily und Erin´s Opa Alexander geht und die schwere Nazizeit in Frankfurt.
Wie stark und groß, muss diese Liebe zwischen Lily und Alexander gewesen sein? 60 Jahre in denen sie einander nie vergessen haben.
Auch die Gedanken und Gefühle von Erin werden sehr gut ausgedrückt. Man erhält tiefe Einblicke in Erin´s Seelenleben man fühlt und leidet richtig mit ihr.
Wer eine Geschichte sucht mit Geheimnissen, Sehnsucht, Entscheidungen, Wendungen, Annäherungen, Entfremdungen und dem Glauben an die einzige wahre große Liebe des Lebens, der kann es sich mit diesem Roman gemütlich machen und einfach in die Story versinken. 

Das Buch bekommt von mir  Sterne

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Dienstag, 16. Februar 2016

Tote haben kein Zahnweh - Isabella Archan

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*Tote haben kein Zahnweh*
von
~ Isabella Archan ~



Kurz zur Geschichte:
Die reiche Pudding-Witwe Hedda Kernbach, wird auf brutale Weise in ihrer Wohnung ermordet. Der Täter schlitzt ihr die Kehle auf und steckt ihr dann eine zusammengerollte Zeitung in den Mund. 
Dr. Leocardia Kardiff, eine Zahnärztin mit Spritzenphobie, findet die Leiche durch Zufall, als sie in der Nachbarwohnung einen Sitzung bei ihrem Therapeuten beendet hat.
Dadurch, das die Witwe noch eine Patientin ihres Praxiskollegen ist, fängt Leocardia auf eigene Faust an zu ermitteln und sie scheint schneller an Informationen zu kommen als die Polizei. Sie will Gerechtigkeit für die ältere Dame und schlingert immer tiefer in diesen Mordfall hinein. Wird es ihr vielleicht gelingen, den Täter noch vor der Polizei zu stellen, oder ist sie ihm schon näher auf den Fersen, als sie denkt?

Meine Meinung:
Mit Leocardia Kardiff, hat Isabella Archan wieder einen interessanten Charakter geschaffen, der diesen Krimi lesenswert macht. Eine alleinerziehende, voll berufstätige Frau die nebenbei noch die Arbeit von Hauptkommissar Jakob Zimmer und seinem Team erledigt. 
Ein spannender Fall, aber zugleich auch lustig und nicht zu übertrieben, ein gesundes Mittelmaß von allem.
Mehrere Verdächtige tauchen während der Story auf, aber bis zum furiosen Schluss kam ich nicht drauf, wer denn nun der Täter sein könnte, sowas liebe ich, dieses Ungewisse. Das wurde am Ende sehr gut gelöst und logisch erklärt.
Der Schreibstil lässt sich wieder hervorragend flüssig lesen und auch die Covergestaltung finde ich sehr passend und gelungen.
Eine außergewöhnliche Hobbyermittlerin, von der ich hoffe, das die Autorin noch weitere Fälle in petto hat. Ich würde sofort den nächsten Band lesen wollen.

Wer auf solide und gute Krimis steht, die nicht zu übertrieben brutal sind, ab und zu lustig und wo auch das Privatleben etwas mit einstreut, der ist mit diesem Buch sehr gut bedient.

Das Buch bekommt von mir:  Sterne 

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Sonntag, 14. Februar 2016

Frankfurt Ripper - Martin Olden

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* Frankfurt Ripper*
von 
~ Martin Olden ~

Kurz zur Geschichte:
Klaus Scholz, 60 Jahre, Rentner, wohnhaft in einem Stadtteil von Frankfurt am Main, will als Serienkiller Berühmtheit erlangen. Er will der Beste der Besten sein und so viele Morde begehen, damit die ganze Welt ihn kennt und er auf der Serien-Killer-Hitliste ganz oben steht. Er tötet wahllos Menschen, die keinem bestimmten Muster zu Grunde liegen. Erst außerhalb seiner vier Wände, bis er irgendwann die ahnungslosen Opfer zu sich nach Hause bestellt.
Noch vor Ort, direkt nach der Tötung twittert er schnell was er getan hat um danach daheim in Ruhe alles haargenau auf seinem Blog zu veröffentlichen.
Schaut her:
Mit Bildern, die nichts für Kinder sind und für Menschen die kein Blut sehen können.
Wird die Polizei ihm irgendwann auf die Spur kommen?
Verrät er sich vielleicht irgendwann von selbst?
Oder hat die Geschichte ein ganz anderes Ende parat?

Meine Meinung:
Klaus Scholz, die Hauptperson, ist ein hervorragender Schauspieler.
Einerseits schlachtet er seine Opfer bestialisch ab, andererseits kümmert er sich liebevoll um seine Mutter, die an Demenz erkrankt ist und in einem Heim wohnt. Zudem hilft er oft seiner älteren Nachbarin, gibt deren Enkel Mathe-Nachhilfe und plaudert täglich mit dem Inhaber des Kiosks, in dem er morgens immer die Zeitung mit den vier großen Buchstaben kauft, um zu sehen was über seine Morde darin steht und auf welche Seite es seine Tat gebracht hat. So könnte man denken, ein netter, älterer, alleinstehender Mann, der niemandem was Böses will. Bis wieder der Drang in ihm durchkommt, berühmt zu werden und mit bekannten Serienmördern in einem Atemzug genannt zu werden.
Die ICH-Schreibform bringt das ganze Tun und Denken von Klaus einem noch näher. Es gibt kaum mal 3-4 Seiten auf denen kein Mord geschieht, was das Buch noch atmosphärischer macht und mir als Leserin kaum Zeit ließ um das gerade gelesene zu verdauen. Man gelangt in einen Strudel des Mordens und des unbedingt weiterlesens, wozu sich der Schreibstil von Herrn Olden hervorragend eignet.
Wer also gute Nerven hat, einen robusten Magen, wer mit vielen Morden klar kommt die extrem detailliert beschrieben werden, der kommt mit diesem Thriller (Horror?) auf seine Kosten.
Man muss dieses Genre schon mögen, sonst könnte man das Buch als eine Aneinanderreihung von sinnlosen Tötungen sehen, also nicht für Jede/n geeignet.


Das Buch bekommt von mir:  Sterne
( eines meiner bisherigen Jahreshighlights )

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Samstag, 6. Februar 2016

Der dritte Patient - Wolf S. Dietrich

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* Der dritte Patient *
von
~ Wolf S. Dietrich ~





Kurz zur Geschichte:
Am Anfang des Buches lernt man als Leser die beiden Philipino's Danilo und Honesto kennen, die beide in ärmlichen Verhältnissen leben und von einem besseren Leben träumen. Sie werden von einem Deutschen angesprochen, ob sie nicht bereit wären für Geld eine Niere zu spenden? Die beiden lassen sich überzeugen, werden nach Deutschland geflogen und kommen in die Göttinger Uni-Klinik. Dort lernt durch Zufall, die Journalistin Anna Lehnhoff die beiden kennen und sie kommt einem unglaublichen Verdacht auf die Spur. Zudem wird noch der Chef der Klinik, von dem Vermittler der Lebenspendern, erpresst und auch seine Familie kommt ins Fadenkreuz der brutalen Geschäftemacher. Kann Anna Lehnhoff mit der Polizei die miesen Machenschaften eindämmen und das Leben der beiden Jungen retten?

Meine Meinung:
Sehr eindringlich beschreibt Wolf S. Dietrich wie die Menschen aus ärmeren Ländern benutzt werden um mit dem Organhandel hier das große Geld zu machen. Ein Menschenleben zählt nichts, nur der gut bezahlende Patient der ein neues Organ braucht, muss überleben und zufrieden zu stellen sein. Sie nutzen es aus, das die armen Menschen von einem besseren Leben träumen.
Im Grund besteht die Story aus zwei Erzählsträngen, sie sich zum Ende hin aber sehr gut und logisch verbinden.
Zum einen haben wir die Geschichte mit den beiden Philipino's und zum anderen die Geschichte des erpressbaren Professors Fabricius, dessen Familie auch noch auf sehr tragische Weise in die Organmafiastory hinein gezogen wird. Als Leser/in wird man im Wechsel getrieben von einem spannenden Erzählstrang zum nächsten. Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse, aber man verliert niemals den Überblick. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, kommen sympathisch und real rüber, keine typischen Draufgänger, auch wenn die Journalistin Anna Lehnhoff, doch ganz gerne ihre Alleingänge durchzieht.

Ein gut zu lesender Schreibstil, ein in sich abgeschlossener Fall, man braucht keine Vorkenntnisse der anderen Bücher in denen Anna Lehnhoff mitgewirkt hat und ein ungewöhnliches Hauptthema für einen Krimi. Welches vielleicht manchen Leser dazu animiert hat, sich mit dem Thema des Organspendeausweises näher zu befassen, wenn man so liest, wie viele Jahre so manche Patienten auf ein Organ warten müssen.
Ein brisantes Thema, gut umgesetzt in einen unblutigen, spannenden und lesenswerten Krimi.


Das Buch bekommt von mir: ★ Sterne 

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Dienstag, 2. Februar 2016

Killerverse - Ben Bauhaus

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* Killerverse *
von 
~ Ben Bauhaus ~


Band 2 der Reihe mit Johnny Thiebeck

Kurz zur Geschichte:
Nach und nach werden die Mitglieder einer Reisegruppe, die eine Irland-Rundreise gemacht hatten, ermordet. Mund, Augen, Nase und Hände werden mit Sekundenkleber zusammengeklebt, so das die Opfer qualvoll umkommen.
Johnny Thiebeck, ein Ex-Bulle, hängt sich in diesen Fall mit hinein, nachdem ihn eine Kollegin darum bittet, da ihre Schwester in den Fall verstrickt zu sein scheint.
Bei den Mordopfern werden Verse eines Kinderreimes gefunden, doch der Reim hat mehrere Verse, welches Reisegruppenmitglied wird das nächste Opfer werden? Können Thiebeck und seine Kollegen alle Opfer schützen?

Meine Meinung:
Die Story an sich, das mit der Reisegruppe, dem Kinderreim und der ungewöhnlichen Mordmethode war nicht schlecht gedacht, aber ich fand am Anfang alles etwas zäh zu lesen, die ganzen Ermittlungen, die erst nur per PC und von Thiebeck "inoffiziell" betrieben wurden.
Erstmals kam für mich etwas Spannung auf, als Thiebeck nach Irland reiste und vor Ort ermittelte. 
Die Orts- und Naturbeschreibungen haben mir aber sehr gut gefallen. 

Die Charaktere, bis auf Thiebeck, blieben für mich bis zum Ende hin etwas blass. Vielleicht liegt das aber auch daran, das ich Band 1 (noch) nicht gelesen habe.
Fast romantisch könnte man schon bezeichnen, wie der "harte Ex-Bulle" seine Beziehung zu seiner (Ex)Freundin versucht wieder in Gang zu bekommen. Das macht ihn immerhin schon wieder liebenswert, den harten Kerl.

Ich würde das Buch nicht als Thriller sehen, sondern eher als Krimi.
Zum Thriller fehlte mir irgendwie noch das besondere Etwas. 

Das Buch bekommt von mir:  Sterne 

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