Donnerstag, 21. September 2017

Das Mädchen im Eis - Robert Bryndza




** Das Mädchen im Eis **

von 

~~ Robert Bryndza ~~



Kriminalroman
Band 1 mit Detective Erika Foster
432 Seiten
erschienen
am 11.September 2017 
im PENGUIN Verlag



Klappentext
(lt. Verlagsseite)
Ein bitterkalter Wintertag hüllt London in Schnee und Schweigen. Das Klingeln eines Handys durchbricht die gespenstische Stille eines zugefrorenen Sees. Doch niemand antwortet. Nur wenige Zentimeter daneben ragen Finger aus dem Eis
Acht Monate sind vergangen seit Detective Erika Fosters letztem Einsatz, der in einer Katastrophe endete und ihrem Mann das Leben kostete. Doch es ist an der Zeit, nach vorn zu blicken. Die Tochter einer der mächtigsten Familien Londons wurde ermordet, und Erika setzt alles daran, den Schuldigen zu finden. Während sie noch gegen die Dämonen der Vergangenheit kämpft, rückt sie ins Visier eines gnadenlosen Killers.



Meine Meinung
Dies ist Band 1 der neuen Krimi-Serie um Detective Erika Foster, im Ausland ist aktuell schon Band 5 erschienen und ich hoffe, das die Serie weiterhin auch hier in Deutschland veröffentlicht wird, denn ich sehe viel Potenzial  was Erika´s Person betrifft und auch, das der Autor bestimmt noch einiges mehr drauf hat. Hier kommt mir Robert Bryndza noch etwas verhalten vor und eher so, als würde seine Hauptfigur ihm den Weg durch die Geschichte zeigen. An den Spannungsstellen merkte ich aber, das der Autor sich hier ruhig mehr trauen sollte und auch muss, ab und an blitzte sein großes Können schon durch. Mit der Hauptprotagonistin Erika Foster ist wieder eine Ermittlerin auf der Bildfläche erschienen, die ihr ganz privates, schweres Päckchen zu tragen hat. Ihr Mann Mark, auch Polizist, ist direkt neben ihr, während eines Einsatzes ums Leben gekommen. Dieser Umstand, das Erika ihn nicht beschützen konnte, lässt ihr keine Ruhe und sie verkriecht sich um im Selbstmitleid zu baden. Nach einer Auszeit wird sie in einen Londoner Randbezirk versetzt um wieder in ihr Berufsleben zu finden. Doch der neue Fall setzt ihr mehr zu als sie eigentlich zu diesem Zeitpunkt schon ertragen bzw. vertragen kann. Doch Erika kämpft sich zurück, trotz vieler Albträume und einer großen Sehnsucht nach ihrem Mann. Zu Beginn konnte ich Erika, als Person, schlecht einschätzen, da man nicht gleich erfährt was ihr passiert ist. Durch ihre sture Art eckt sie überall an, aber das sollte sich später noch auszahlen. Doch so nach und nach ließ der Autor tiefere Einblicke in das Innere und die Seele von Erika zu und genau hier hat er mich gepackt, mit dem Gefühl Erika zu mögen und vor allem auch zu verstehen.
Der neue Fall führt Erika in die versnobte Welt der Reichen und Schönen und zugleich aber auch in die Welt, in der Menschen leben, die nicht soviel Glück hatten und am Rande täglich um ihre Existenz kämpfen. Diese Unterschiede hat Robert Bryndza sehr deutlich und unmissverständlich hervorgehoben, so wie es halt auch im wirklichen Leben ist. Diese zwischenmenschlichen Begegnungen sind ihm schriftstellerisch sehr gut gelungen. Der Fall an sich, das eine reiche Tochter tot aufgefunden wird, sich die Presse auf jedes kleinste Fitzelchen stürzt und Erika nach und nach auch ins Visier des Täters gerät ist zwar spannend, aber genau hier hätte, meiner Meinung nach, noch ein bisschen mehr Düsternis, Dramatik und Nervenkitzel der Geschichte gut getan. Dafür glänzt das Ende, denn diese Wendung war für mich, während des ganzen Buches, nicht vorhersehbar gewesen.



Fazit
Ein guter erster Band einer neuen Serie, wo der Autor aber noch Luft nach oben hat. Mit der Protagonistin Erika Foster konnte er mich begeistern und ich würde mich über weitere, spannende Fälle mit ihr sehr freuen.



~ Interessante Link`s ~

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Loni Littgenstein - Tiefenreise



Buchvorstellung inkl. Leseprobe



**Tiefenreise**

von

~ Loni Littgenstein ~


Psychothriller
356 Seiten



Klappentext
(lt. Amazon)
WOHIN GEHT MAN, WENN MAN DAS LEBEN NICHT MEHR ERTRAGEN KANN?

Eric hatte eine ganz normale Kindheit - bis zu dem Tag, an dem Schreckliches passierte.
Sein Vater stirbt.
Seine Mutter plagen danach Panikattaken und die Vergangenheit holt sie ein.
Rasmus wartet.
Als Eric einen fatalen Entschluss fasst, weiß er noch nicht, auf welchen Weg er sich damit machen würde.
Die Tiefenreise kann beginnen.
Rasmus wartet.
Und dabei spielt es keine Rolle, ob man noch am Leben ist ...

Mama klopfte an und kam herein.
»Was sagst du dazu?«
Sie streckte mir eine gestrickte Mütze hin.
»Ja, ähm – es ist grün.«
Genauer gesagt grasgrün.
»Soll das heißen, dass du es hässlich findest?«
»Nein, nein, das wollte ich nicht sagen.«
»Wirklich nicht?!«
Diese Mütze sah wirklich kindisch aus, aber Mama hatte sich sicher viel Mühe damit gemacht.
Ich setzte sie auf, um sie zu beruhigen.
»Da siehst du, Mama, ist doch gar nicht so übel.«
Sie grinste.
»Das steht dir sehr gut, Eric. Aber sie ist für mich.«
Ich nickte.
»Ich kann sie über mein Gesicht ziehen.«
»Über dein Gesicht ziehen, wieso?«
Ich wollte nicht glauben, was sie da sagte, aber ich wusste genau, was sie damit meinte.
»Ich werde sie brauchen.«
»Wirst du?«
Ich nahm die Mütze in meine Hand.
»Es wird nicht reichen, nur das Licht auszumachen. Rasmus wird mich blenden. Dann werde ich die Mütze über mein Gesicht ziehen und keine Angst mehr haben.«
»Wie du meinst, Mama. Tu das«, sagte ich, damit sie zufrieden war, auch wenn das, was sie sagte, sich albern anhörte.
Sie nahm mir die Mütze ab und rollte sie fest zusammen.
Die erste Nacht in Schutz, dachte ich etwas spöttisch.
»Das werde ich.«
Na klar.
»Keine Sorge, Mama. Was sollte dir Rasmus denn schon antun?«




~~ Leseprobe ~~
Sie vergiftete ihren makellosen Körper mit diesem Zeug, das ihr scheinbar Genugtuungbrachte. Ich verstand nichts mehr. Konnte ich mich so sehr in Jessica getäuscht haben? Spielte sie mir etwas vor, um vor irgendeiner Sache zu flüchten? Um sich mit Graf Dope zu vereinen und aus mir einen blödsinnigen Fußabtreter zu machen?
Kurze Zeit der Stille.
»Ich fühl mich so schwer«, sagte sie. »Tonnenschwer.«
Sie betatschte ihn.
»Das vergeht gleich wieder, Jessica.«
»Ich könnte dich fressen. Das meine ich wirklich so. Ich habe einen Mordshunger. Sagen meine Füße, das Gehirn muss essen«, sagte Jessica wirr und fing an, euphorisch zu lachen. Sie konnte nicht mehr aufhören und drohte zu ersticken. Das Gekichere schmerzte in meinen Ohren und enttäuschte mich noch mehr.
»Nicht so laut. Nicht, dass sich welche beschweren.«
»Der Müll beschützt uns. Ich hau sie weg mit meiner Brille und geb ihnen Limo.«
Dennis lächelte, nahm Jessica zu sich, die ihn übertrieben angrinste.
Jessica legte sich auf seine muskulöse Brust. Dennis massierte ihren Nacken.
Ich wurde ein wortloses Etwas ohne jeglichen Nutzen.
»Ich bin fett. So sauschwer, wie ich jetzt bin.«
»Was redest du da? Das denkst du nur. Das hört gleich auf.«
Dieses Gefasel machte mich wahnsinnig. Jessica sah so verändert aus.
»Träume ich … oder bin ich schon da?«, hörte ich sie plötzlich fragen.
Beide kicherten, als sie sich tief in die Augen schauten. Jessica strich über Dennis’Wange, bis hin zu seinem Mund.
Dieser Zeitpunkt verschlimmerte meine Nervosität. Wie dämlich ich doch war. Nach einer kurzen Weile juckte es mich so sehr, dass ich mich nicht zurückhalten konnte. Ich stand auf und ging leise einen Schritt in ihre Richtung.
»Schön, dass du hier bist, Dennis.«
Das meinte Jessica nicht wirklich so!
Ohne Hemmungen fing sie an, diese Pferdefresse zu küssen.
Lang und innig.
Was für eine verdammte Welt.
Länger hielt ich diese Situation nicht aus. Ich warf den Karton zur Seite und stellte mich vor sie.
»Eric?«, starrte Jessica mich an. »Wo kommst du denn her?«
»Du erbärmliches Stück Scheiße. Versteckst dich dort, wo du hingehörst, in all dem stinkenden Müll, und lauerst ihr auf.«
Ich ignorierte Dennis’ verletzende Worte und fokussierte meinen Blick auf Jessica. Sie war perplex und geschockt.
»Eric?«
»Besonders lange hast du nicht gewartet.«
Ich fühlte mich hintergangen. Wie konnte Jessica meine Gefühle abwehren, aber die plumpe Anmache eines Spastis annehmen? Wie gerne wäre ich der Erste gewesen, dessen Lippen sich auf die ihrigen pressten.
»Nicht böse sein. Ich bin durcheinander«, sagte sie, versuchte, dabei ernst zu bleiben, unterdrückte aber ihr Gelächter, das jede Minute aus ihr herauswollte.
»Sieht fast so aus. Und das Dreckszeug macht’s auch nicht besser.«
»Aber es lässt mich vergessen«, sagte Jessica. Und kicherte.
»Willst du mich etwa vergessen?!«
»Sülz«, warf Dennis ein.
»Halt’s Maul. Du machst alles kaputt!«
»Da täuschst du dich, mein Freund. Sie ist voll happy. Dir ist das nicht gelungen, was? Sonst wäre sie ja wohl nicht hier bei mir.«
»Nein, das will ich nicht. Mein Gott, was habe ich getan?«
Jessica schlug ihre Hände vors Gesicht. Sie schämte sich. Auch dafür, dass sie sich über mich amüsierte, ohne es zu wollen.
Dieser verfickte Joint.
»Das frage ich mich auch. Aber das war ja offensichtlich.«
Sie wimmerte.
»Mir ist schwindelig. Ich weiß nicht, was ich tun soll.«
Das wusste ich auch nicht. Mir wurde es übel, als ich das höhnische Gekichere hörte. Dem Arsch gefiel der Aufstand.
»Tu, was du willst, Jessica. Ach, das hast du doch schon.«
»Verpiss dich. Sie will deine Fresse nicht mehr sehen.«
Sie antwortete nicht.
»Mach’s gut, Jessica«, sprach ich leise und rannte enttäuscht davon.
Der Asphalt donnerte mit jedem Schritt, den ich lief. Die Schaufenster der Innenstadt waren imposant und schienen doch zerbrechlich. Die Puppen schienen zu wackeln und ich dachte, ich sähe ein breites Grinsen auf deren Plastikmündern.
Ohne dass ich es hörte, lachten sie mich aus.
Verdammte Welt.
Ich wurde panisch. Sah mich mit erschlafftem Körper auf der Erde liegen. Wehrlos. Jämmerlich. Ein Haufen Mensch voll von Spott.
Die Buchstaben des Namens einer Boutique fügten sich vor meinen Augen zu Wörtern zusammen, die ich nicht sehen wollte.
Erwartung.
Entscheidung.
Ende.
Wo sollte ich nur hin?
Das Böse setzte sich in mir fest und wirbelte meine Sinne durcheinander. Ich war noch nicht bereit, nach Hause zu gehen. Hatte es satt, mich den Ängsten und Attacken meiner Mutter zu stellen. Sich von ihrer krankhaften Fantasie infizieren zu lassen, die einen verstörten Jungen aus mir machten. In einer Seitenstraße pausierte ich für eine Weile und klopfte mir auf den Hinterkopf. Das, was ich eben gesehen hatte, durfte nicht wahr sein. Ich hoffte, dass ich halluzinierte. Das alles ein Abklatsch eines üblen Betruges war, der mich für die Intoleranz Mama gegenüber bestrafen wollte. Vielleicht steckte ich in einem Körper, der geboren worden war, um mich psychisch zu deformieren. Vielleicht verlangte meine Seele von mir, meine Kraft zu nutzen, um die verstörten Probleme zu meistern.
Ich schrie meinen Schmerz hinaus. Und dann noch ein zweites Mal.
Ich konnte mir vormachen, was ich wollte. Das, was ich sah, war real.
Der sonst so starke Kerl, der ich versuchte zu sein, verfiel seinem Verlust. Ich weinte. Langsam lief ich aus dieser Gasse heraus. Die Blicke der anderen, die mich anstarrten, ignorierte ich. Ich befand mich gerade in einer anderen Dimension.
Eine Dimension, die mir den Wert des Lebens nahm.
»Hey, kann ich dir helfen? Alles klar?«, sprach mich ein Mann mittleren Alters an.
»Lassen Sie mich in Ruhe!«, sagte ich gemäßigt. »Ich will nur meine Ruhe«, flüsterte ich mehr zu mir selbst. Der Herr bohrte nicht nach, drehte sich um und ging.
Das war die Gleichgültigkeit eines Fremden, dachte ich mir so.
Das war das, was ich wollte.
Ich wünschte mir die Tabletten von Mama herbei, würde mir eine Überdosis nehmen und dann für immer schlafen. Aber ich hatte sie nicht. Ich lief an den Tauben vorbei, die ich vorher noch gefüttert hatte. Wenn ich doch wie sie Flügel hätte, würde ich ungehindert davonflattern und ganz weit oben nach Vater suchen.
Wie sehr ich ihn vermisste. Im Augenblick mehr denn je.
Der liebe Gott musste mich hierhergebracht haben.
Ich bedankte mich für den Ort. Für das, was mir bevorstünde. Ich würde es tun. Der Herrgott hatte mir ein Zeichen gegeben. Ich ging über die Ampel, bis zu einer Tankstelle. Nach ein paar Metern kam ich dort an. Ich setzte meine Hände fest auf den Sims. Das Wasser spiegelte sich an der Oberfläche und der reißende Strom faszinierte mich.
Dieser Fluss war meine Rettung.
Ich sah mich um. Niemand bemerkte mein Vorhaben. Und wenn ich schnell genug wäre, dann hätte ich es hinter mir. Dann hätte ich es vollbracht. Ich kniff die Lippen zusammen.
Fest entschlossen.
Tante Anna bereitete ich damit sicherlich großen Kummer, aber sie war eine starke Frau. Und Mama? Ich hoffte, sie würde es auch sein.
Was stand mir nun noch im Weg?
Noch einmal schaute ich hinunter.
Wenn ich gegen einen Steinbrocken knalle, geht’s noch schneller.
Dabei dachte ich an die Mütze, die mir Mama strickte.
Wenn du sie über dein Gesicht ziehst, tut’s nicht so weh.
Ich stieg über das Geländer und krallte mich am Betonrand fest.
Ich will nur meine Ruhe.
Eine Frauenstimme schrie auf, als man mich dort entdeckte. Sie rannte sofort zu mir, um mich davon abzuhalten.
»Nein, nicht!«, kreischte sie. Statt darauf einzugehen, beschleunigte ich meinen Plan. Ich lockerte meine Gliedmaßen, schloss die Augen.
Und ließ mich fallen.
Das ist so etwas wie Glück. Das ist das Wertvollste im Leben, das du kriegen kannst.
Gleich würde ich ankommen. Um mein Glück zu finden.


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Donnerstag, 14. September 2017

Nach dem Schweigen - Christine Drews





** Nach dem Schweigen **

von

~~ Christine Drews ~~



Thriller
400 Seiten
erschienen
am 25. August 2017 
im BASTEI LÜBBE Verlag



Kurz zur Geschichte
(lt. Autorinnenseite)
Mitten in London stürzt Ellen Cramer zwanzig Stockwerke tief in den Tod. Die Nachricht vom Selbstmord schockt Freunde und Bekannte, denn Ellen war nicht nur erfolgreich und beliebt, sondern galt auch als psychisch völlig gesund. Besonders ihre Nichte Saskia ist erschüttert, denn der Tod ihrer geliebten Tante ist nicht der erste Schicksalsschlag für die Familie. Werden sie alle vom Unglück verfolgt? Als sich herausstellt, dass Ellen ermordet wurde, begibt Saskia sich auf eine riskante Spurensuche.



Meine Meinung
Ein Thriller der mich schon aufgrund des Covers sehr angesprochen hat und dazu noch dieser überaus spannend klingende Klappentext, also das Buch muss doch bestimmt toll sein, oder? Und genauso kam es dann auch, trotz seiner 400 Seiten hatte ich diesen Thriller von heute auf morgen durchgelesen und ein guter Grund dafür ist der Spannungsbogen von Anfang bis Ende. Ich war viel zu neugierig und wollte unbedingt wissen, wieso, weshalb und warum alles so passierte wie es passierte. Christine Drews hat einen tollen Schreibstil, der mich gleich in die Geschichte gezogen hat und mich nicht mehr los ließ. Sie dreht kontinuierlich an der Spannungsschraube bis nichts mehr geht um mich dann als Leserin zu überraschen, mit diesem Ende, mit dem ich niemals gerechnet hatte. Hervorragend hat die Autorin es geschafft nebeneinander mehrere Parallelgeschichten laufen zu lassen, wo ich mir bis fast zum Ende dachte, öhm, wie kann das bloß alles irgendwann einmal logisch zusammenpassen? Und ich kann Euch beruhigen, sie schafft es und dazu spickt sie die Auflösung mit einigen Überraschungen. Der Hauptcharakter Saskia ist so angelegt, das man schon wirklich Mitleid mit ihr bekommen kann, nach diesen vielen Schicksalsschlägen. Zudem plagen sie schreckliche Albträume, aus denen sie schreiend und verschwitzt erwacht. Dazu dann noch diese schrecklichen Vorfälle im engsten Familienkreis und zum Ende hin, wenn man denkt, es könnte ihr doch nicht noch schlimmeres passieren, falsch gedacht. Christine Drews hat Saskia alles zugeschoben, was ein Mensch kaum auszuhalten vermag. Trotz allem kommt aber auch, zum Glück, oftmals die starke Seite von Saskia zum Vorschein, da stellt sie sich ihren Dämonen und steht ihre Frau im Berufsleben. Das hat mich dann doch etwas versöhnt. Die Autorin versteht es auch gut, kleinen Andeutungen zu machen, die mir zuerst völlig nebensächlich erschienen sind, um diese dann später als ausschlaggebend wieder in die Story einzubauen. Diese Ungewissheit, wie die ganzen Personen in die Todesfälle verwickelt sind, hat mich als weiterlesen lassen, wie ein Sog bis zum Schluss. 


Fazit
Ein Thriller um ein extrem dunkles und tödliches Familiengeheimnis, der auf alle Fälle zu einem meinem Lieblingsbücher in diesem Jahr gehören wird. Komplexer, verzwickter Plot, der grandios und extrem spannend umgesetzt wurde. Weit verzweigte lose Fäden, die sich klärend am Ende miteinander verknüpfen. 




~ Interessante Link´s ~

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Mittwoch, 13. September 2017

Herbstfunkeln - Cara Lindon





** Herbstfunkeln **


von


~~ Cara Lindon ~~




Liebesroman
314 Seiten
erschienen 
am 18. August 2017
im CreateSpace Independent Publishing Platform



Kurz zur Geschichte
(lt. Autorinnenseite)
Mann weg, Job weg, Wohnung weg – kurz vor ihrem 30. Geburtstag hat Alys alles verloren. Zutiefst unglücklich kehrt sie zurück ins romantische Cornwall, ins Haus ihrer Großmutter. Mit Schokolade, Büchern und ihren besten Freundinnen versucht sie sich zu trösten, aber das Leben erscheint ihr leer.
Um nicht mehr so allein zu sein, adoptiert sie Mr. Cat, einen missmutigen Kater aus dem Tierheim. Gerade hat Alys sich ihrem Dasein als einsame Katzenfrau abgefunden, da treten gleich zwei Männer in ihr Leben.
Der sympathische Jory, mit dem Alys lachen kann, und der erfolgreiche Daveth mit den stahlgrauen Augen, der sie verwöhnt.
Das Gefühlschaos ist perfekt.
Nun muss Alys sich entscheiden: Kann sie ihrem Herz vertrauen oder steht ihre Vergangenheit ihrem Glück im Weg?



Meine Meinung
Ein Liebesroman den man locker und flockig an einem trüben, verregneten Herbsttag durchschmökern kann und für dieses Genre ist die Gegend in Cornwall wie geschaffen. Die Wege der drei Freundinnen Alys, Bree und Chesten trennen sich nach der Schulzeit und die Autorin Cara Lindon widmet sich in jedem Buch einer der drei Frauen. In dem ersten Band dreht sich die Geschichte um Alys, die nach einer schwierigen, privaten Zeit zurück nach Cornwall kommt und in das Cottage ihrer verstorbenen Großmutter zieht. Man ahnt schon, das Alys bald in ein Wirrwarr aus Gefühlen geraten wird, denn ohne Männer ist das Leben doch ziemlich öde und langweilig. Doch wollte sie erneut so ein Chaos? Leider kommt mir der Charakter der Alys und ab und an sehr naiv vor, hier hätte ich mir etwas mehr Stärke und Selbstsicherheit gewünscht, da ich weiß, das die Autorin ansonsten die Frauenwelt genauso beschreibt. Der Hauptteil der Geschichte, das Alys sich zwischen zwei Männern entscheiden muss, war vorauszusehen, aber mich störte dies nicht, da alles sich gut zusammenfügte und der romantische Teil nicht zu übertrieben beschrieben wurde. Die Männer waren mir nicht gleich sympathisch, aber das kann auch genauso gewollt gewesen sein. Ich war sehr gespannt, für wen der beiden Männer sich Alys entscheiden wird, oder wird sie sich überhaupt entscheiden? Für die Sicherheit im Leben, oder lässt sie sich von ihren Gefühlen leiten? Der Autorin ist es wieder gut gelungen, dazu noch die innere Zerrissenheit der Hauptperson so zu beschreiben, das man sich in einigen Punkten mit ihr identifizieren kann. 



Fazit
Der Schreibstil der Autorin ist, wie immer, wunderbar und sehr gut zu lesen, wenn mich nur nicht die manchmal ausufernden Tierbeschreibungen gestört hätten und das manchmal etwas naive Verhalten der Hauptprotagonistin. Ansonsten konnten mich die landschaftlichen Ausführungen über Cornwall begeistern und mir so manches Bild vor das innere Auge zaubern. 
Ein Wort noch zum Cover: Wunderschön !



~ Fortsetzungen  ~

~ November 2017 ~

** Winterglitzern **

Cornwall Seasons 2

Diesmal mit dem Charakter BEE, als Hauptperson.



~ März 2018 ~

** Frühlingsleuchten **

Cornwall Seasons 3

Diesmal mit dem Charakter CHESTEN, als Hautperpson.




~ Interessanter Link ~

klick ---> Cara Lindon - Autorinnenseite <--- klick

Dienstag, 12. September 2017

Kreuzschnitt - Øistein Borge





** Kreuzschnitt **

von

~~ Øistein Borge ~~



Kriminalroman
336 Seiten
erschienen
am 01. September 2017
im DROEMER TB Verlag




Kurz zur Geschichte
(lt. Verlagsseite)
Bogart Bull, Kommissar bei der Osloer Kriminalpolizei, durchlebt eine schwere Zeit, nachdem seine Frau und sein Kind bei einem Unfall ums Leben gekommen sind. Seine Chefin versetzt ihn zu Europol, wo ein mysteriöser Fall auf ihn wartet: Der schwerreiche norwegische Unternehmer und Kunstsammler Axel Krogh ist in seiner Villa in Südfrankreich ermordet aufgefunden worden - doch alle Verdächtigen haben ein wasserdichtes Alibi. Bulls einziger Anhaltspunkt ist ein Gemälde von Edvard Munch, das einen Dämon zeigt. Nichts anderes hat der Mörder aus der Villa entwendet. Bulls Ermittlungen führen ihn schnell in die Vergangenheit: zu einem grausamen, ungesühnten Verbrechen in den vierziger Jahren. 




Meine Meinung
Die Geschichte beginnt mit einem schweren Schicksalsschlag für den Osloer Ermittler Bogart Bull. Seine Ehefrau und seine Tochter werden absichtlich bei einem Autounfall getötet. Den Täter hatte Bull ins Gefängnis gebracht und somit dessen Leben ruiniert. Nun war er auf Rache aus und hat Bull das Liebste genommen, was sein Leben noch lebenswert machte. Bull versinkt danach im Drogen- und Alkoholsumpf. Bogart schafft es und kann nach einem halben Jahr wieder seinen Job annehmen. Doch er bekommt eine spezielle Aufgabe zugeteilt: Sollten im Ausland Norweger eines nicht natürlichen Todes sterben, soll ein Ermittler aus dessen Heimatland mit vor Ort sein und ermitteln. Wie es so sein soll, führt Bull der erste Mord eines Norwegers nach Frankreich. Hier wurde der reiche Unternehmer Axel Krogh bestialisch ermordet. Bull kommt somit aus seinem Trott heraus und kann sich voll und ganz seiner neuen Aufgabe widmen. Die Story hat der Autor sehr vielschichtig, spannend und extrem brutal angelegt. 
Die Rückblicke in die Jahre 1906, 1918 und 1943 haben mich zuerst etwas verwirrt, da ich mich vollkommen aus den aktuellen Geschehnissen des Jahres 2014 gerissen fühlte. Aber so nach und nach wurde mir klar, das alles irgendwie zusammenhängen muss. Leider fand ich diese Kapitel oftmals zu lang und zu ausschweifend, da habe ich manchmal quer gelesen. Hier beschäftigt sich die Geschichte mit dem 2. Weltkrieg und den Widerstandskämpfern in Frankreich.
Was mir sehr gut gefallen hat ist der Charakter von Bogart Bull. Ein Mann der sich zu benehmen weiß, der selbst mit den neuen Kollegen im Ausland respektvoll umgeht und nicht so daherkommt, als wäre er allwissend. Er hat zwar viel erlebt und durchgemacht, aber so langsam merkt er auch, dass das Leben weitergeht. Die Geschichte ist gut zu lesen, alles kann man sich bildlich vorstellen und Øistein Borge hat das Ende so aussehen lassen, das ich auf alle Fälle anmerken kann, das es bestimmt weitergehen wird. 



Fazit
Dem Autor ist es gelungen mich spannend zu unterhalten, gleichzeitig ging aber auch die emotionale Ebene von Bogart Bull nicht ganz verloren. Ein besonderer Mix der passte und mich rundum zufriedenstelle.




~ Interessanter Link ~

klick ---> Droemer & Knaur <--- klick




~ Buchtrailer ~