Sonntag, 23. Juli 2017

Der Hirte - Ingar Johnsrud





** Der Hirte **

von

~~ Ingar Johnsrud ~~



Norwegen-Thriller
512 Seiten
Band 1 der Trilogie 
mit Fredrik Beier
erschienen
am 26. Juni 2017
im Blanvalet-Verlag
(Randomhouse)




Kurz zur Geschichte
(lt.Verlagsseite)
Die Tochter der einflussreichen Politikerin Kari Lise Wetre wird vermisst – ein Routinefall für Hauptkommissar Fredrik Beier. Doch kurz darauf wird Beier nach Solro beordert, einem alten Hof vor den Toren Oslos. Fünf Männer wurden auf dem Sitz der christlichen Sekte »Gottes Licht« grausam abgeschlachtet. Das Gelände des Hofs ist ausgestattet wie ein Hochsicherheitstrakt, und im Keller des Gebäudes stoßen die Ermittler auf ein Labor, das auf monströse Experimente hinweist. Von den restlichen Mitgliedern der Sekte fehlt jede Spur, unter ihnen die vermisste Annette Wetre.




Meine Meinung
Ein Thriller-Debüt welches mich als Leserin leider sehr überfordert hat. Der Fall klingt eigentlich spannend und die Hintergründe auch, aber der Autor Ingar Johnsrud hat mir hier zu viele Themen angeschnitten und versucht zu verarbeiten. So gab es für mich keinen richtigen roten Faden, der sich durch die Geschichte gezogen hat. Viele Sprünge von Personen und Örtlichkeiten, wo zu Beginn eines neuen Kapitels nicht gleich klar war, wer mit wem worüber spricht. Einige Abschnitte waren für mich völlig aus dem Zusammenhang gerissen. So kam auch kein Lesefluss zustande und der Reiz, unbedingt weiterlesen zu müssen, verflog von Kapitel zu Kapitel. Zudem verliert sich der Autor auch in vielen Belanglosigkeiten, aber dort wo es angebracht gewesen wäre, genauer hinzuschauen und es etwas ausführlicher angehen zu lassen, da wurde leider gespart. Die handelnden Personen, selbst der Hauptcharakter Fredrik Beier, blieben mir zu blass und zu fremd. Hier hätte ich mir gerne mehr Nähe und persönlichere Einblicke gewünscht. 
Etwas positives gibt es trotzdem zu berichten und das möchte ich auch nicht unerwähnt lassen, spannend, gut beschrieben und nicht gerade schonend, werden die Taten erzählt, die in der Geschichte begangen wurden. Hier blitzte das Können des Thriller-Autors durch, welches diesem Buch stellenweise sehr gut getan hat.




Fazit
So gerne ich skandinavische Lektüre lese, aber dieser Thriller-Auftakt zu einer Trilogie konnte mich leider nicht ganz überzeugen. Der Autor hat zuviel gewollt und somit kam für mich als Leserin eine Geschichte zustande, die mir zu sprunghaft und zu unübersichtlich wurde.

Montag, 17. Juli 2017

... und morgen werde ich dich vermissen - Heine Bakkeid





** ... und morgen werde ich dich vermissen **

von

~~~ Heine Bakkeid ~~~




416 Seiten
Norwegen-Thriller
Band 1 einer neuen Reihe
erschienen
am 23. Juni 2017
im ROWOHLT-Polaris Verlag



Kurz zur Geschichte
(lt. Verlagsseite)
Thorkild Aske wird aus dem Gefängnis entlassen. Früher war er interner Ermittler bei der norwegischen Polizei und ein gefragter Verhörspezialist, doch dann lief etwas entsetzlich schief. Von Schuldgefühlen und Schmerzen geplagt, steht er vor dem Nichts. Ulf, sein Freund und Psychologe, überredet ihn, nach einem verschwundenen jungen Mann zu suchen. Rasmus Moritzen hatte auf einer verlassenen Leuchtturminsel im nordnorwegischen Meer gearbeitet. Ein Tauchunfall, vermutet die örtliche Polizei, für sie ist der Fall erledigt. Als während der Herbststürme eine Leiche angeschwemmt wird, ist Thorkilds alter Spürsinn erwacht: Denn es handelt sich nicht um Rasmus.




Meine Meinung
Heine Bakkeid kennt man in Norwegen als Jugendbuchautor und nun hat er mit "... und morgen werde ich dich vermissen" seinen ersten Thriller herausgebracht und ich muss sagen, er hat mich überzeugen können. Ich liebe diese düsteren skandinavischen Krimis und Thriller sehr und hier spürte ich das Wasser auf der Haut und den Wind in den Haaren, so nah kam man der Natur und vor allem Thorkild Aske, einem zerrissenen und abgewrackten Charakter, der in letzter Zeit anscheinend wieder sehr in Mode gekommen ist, aber hier hatte es einen sehr ausschlaggebenden Grund warum er so geworden ist. Ab und an hatte ich wirklich Mitleid mit ihm, aber er scheint ein endloses Stehauf-Männchen zu sein. Wir begleiten Thorkild ab dem Moment, als er frisch aus dem Gefängnis in Stavanger entlassen wird. Er hatte eine 3-jährige Haftstrafe aufgebrummt bekommen, aber warum, das erfährt man erst so nach und nach in einigen Rückblicken. Dadurch hat Thorkild natürlich seine Polizeijob verloren und nun steht er ohne etwas vor einem Scherbenhaufen und muss außerhalb der Mauer wieder Fuß fassen. Nach einem gescheiterten Selbstmordversuch im Knast und einigen schweren Verletzungen, aufgrund des Vorfalles weswegen er einsitzen musste, bekommt er sehr starke Medikamente, die er bevorzugt mit Alkohol runterspült. Der Fall selbst war spannend und oftmals auch gruselig, zudem hat der Autor sehr intensiv diese bedrückende und düstere Atmosphäre Norwegen´s eingefangen. Die Natur, die mich immer wieder begeisternd in ihren Bann zieht und die Menschen, die erstmal eigenbrötlerisch daherkommen, dann aber, wenn es darauf ankommt, doch zur Stelle sind. Genau bei diesen Zeilen merkt man, das der Autor genau weiß, wovon er schreibt. Zum eigentlichen Fall, das Thorkild einen verschwundenen jungen Mann auf einer einsamen Insel suchen soll, möchte ich nicht zu viel verraten. Zur Lösung, schon weit vor dem Ende, hat mich ein Satz gebracht der eine Geste eines Protagonisten beschreibt, die eigentlich belanglos ist und auch keine entscheidende Bedeutung hat, aber ab diesem Moment wusste ich, diese Person muss der Täter sein.  



Fazit
Dieses Thriller-Debüt konnte mich restlos überzeugen und zwar durch diese düstere, bedrohliche Umgebung und Atmosphäre, das macht für mich einen ganz großen Reiz dieser Bücher aus. Hinzu kommt noch diese dunkle, depressive und einzigartige Stimmung, der ich mich beim Lesen einfach nicht entziehen kann und es auch gar nicht will.




Freitag, 14. Juli 2017

Targa - B.C. Schiller





** TARGA - Der Moment, bevor Du stirbst **

von

~~ B.C. Schiller ~~



Thriller
Band 1 der TARGA-Serie
400 Seiten
erschienen
am 10.Juli 2017
im PENGUIN Verlag


Kurz zur Geschichte
(lt. Verlagsseite)
Targa Hendricks hat keine Freunde, keine Liebe, nichts zu verlieren. Doch vor allem hat sie keine Angst – und genau das macht sie so verdammt gut in ihrem Job. Denn als Undercover-Ermittlerin einer Sondereinheit des BKA ist es ihre Aufgabe, Serienkiller auf frischer Tat zu überführen, und dazu gibt es nur zwei Wege: Targa muss sich einem Mörder ausliefern – oder ihn glauben lassen, sie sei wie er.

Falk Sandman ist Hochschuldozent, charismatisch, clever und besessen von den letzten Worten Sterbender – seiner Opfer. Eines Tages trifft er eine junge Frau, die sich für seine dunkle Seite interessiert. Sie will von ihm lernen, und Sandman fasziniert ihr gefühlloses Verhalten. Zunächst ist er skeptisch, doch allmählich vertraut er ihr.

Ein tödliches Spiel beginnt. Wer wird gewinnen?



Meine Meinung
Dies war das erste Buch, welches ich jemals von den Autoren gelesen habe und ich habe mich gut in den Anfangsband der neuen Serie eingelesen. Diesmal ist die Story etwas anders aufgebaut, wie die, die ich so in den letzten Wochen/Monaten gelesen habe, denn Targa wird als Lockvogel bzw. Komplizin auf den Täter angesetzt. Sie soll ihn praktisch zwingen, gemeinsam mit ihr eine Tat zu begehen und dann soll sie ihn somit quasi live und direkt überführen können. Doch wie man es bestimmt schon ahnt, läuft es nicht so geschmiert wie gedacht.
Mit dem Charakter Targa haben B.C. Schiller eine Frau "erschaffen", der man nicht unbedingt auf die Füsse treten möchte. Targa arbeitet für das BKA, wo sie als Undercover-Ermittlerin Serienkiller aufspüren und überführen soll. Sie hat nach einem schwierigen Start in ihr Leben, eigentlich nur ihren VW-Bus in dem sie lebt und ihren Hund, der "Hund" heißt. Ihm vertraut sie und er bekommt, die meiste Liebe ab, die Targa überhaupt nur geben und zeigen kann. Als Bezugspersonen kommen nur ihre Ziehmutter Margarete und ihr Vorgesetzter Volker Lundt in Frage. Zudem zeigt sie autistische Züge, eckt oftmals bei ihren Mitmenschen an und ihr größter Wunsch ist es, ihren Vater zu finden. 
Spannend ist zu lesen, wie Targa versucht sich an Falk Sandman heranzumachen. Falk ist Dozent an einer Business-School, eigentlich ein schlaues Kerlchen, aber in seinem Privatleben ist er krank und einfach nur irre. Er quält Mädchen in seinem Kellerversteck und nimmt ihnen kurz gesagt, die Luft zum Atmen. Der Tod ist dann nur noch eine Frage der Zeit und des Willens von Falk. Ein Charakter der sehr gut dargestellt und ausgeleuchtet wurde.
Der Schreibstil ist modern, flüssig zu lesen und ich wäre auf alle Fälle dabei, wenn Targa wieder einem potenziellen Mörder auf die Schliche kommen muss.
Kleine Kritik von meiner Seite aus: Das Ende war mir dann doch etwas zu schnell abgehandelt. An einigen Stellen war zuviel gewollt und es wurden Zufälle eingebaut, die sich so gelesen haben wie, als hätte man vergessen dies vorher in die Story einzubauen und nun müsste es aber erwähnt werden um es logisch rüberkommen zu lassen. 


Fazit
Ein erster Band der Lust auf mehr macht und mit Targa hat das Autorenehepaar einen Charakter erfunden, der uns LeserInnen bestimmt noch einiges zu bieten hat. Ich bin gespannt wie es weitergehen wird und welche Marotten Targa noch "aufgebrummt" bekommt.