Sonntag, 18. Februar 2018

Reue - Sascha Berst-Frediani



**  Reue **

von

~~ Sascha Berst-Frediani ~~



Roman ?
Krimi ?
247 Seiten
erschienen
am 07. Februar 2018
im GMEINER-Verlag



Kurz zur Geschichte
(lt. Verlagsseite)
Ein Dorf in Deutschland. Sie – jung, hübsch und beruflich erfolgreich, ihr Ehemann – derb und eher schlicht. Dass er nur am Wochenende zu Hause ist, stört sie nicht. Eigentlich wäre alles perfekt, wenn dieser Untermieter nicht wäre. Am Anfang spielt sie nur mit ihm. Aber die Versuchung ist zu groß. Und plötzlich ist es ernst. Doch als sie beschließt, die Karten auf den Tisch zu legen, ist einer tot und für die Wahrheit ist es zu spät. 



Meine Meinung
Erzählt wird die Geschichte eines Mordes, vom ersten Gedanken daran, das man ihn begehen könnte, bis zur eigentlichen Tat. Der Weg dahin kann ein extrem kurzer sein und man tut einfach, was man in diesem Moment fühlt und denkt, es muss sein, wenn nicht jetzt, wann dann? Sabine und Dieter Holzer leben eine Wochenendehe. Sie arbeitet im Ort bei der Bank und er ist von Montag-Freitag in der Kaserne. Das Paar kauft ein Haus und sie lassen Thomas, den Mieter der Wohnung unter ihnen weiter darin wohnen. Man ahnt schon was passieren könnte, Frau daheim, Mann unter der Woche weg, Mieter auch daheim. Dieser Umstand spricht sich im Dorf herum. Das kennt man an einigen Stellen auch aus dem wahren Leben. Die Nachbarn wissen immer mehr wie man selbst oder der liebe Gott. Sie sehen alles, sprechen hinter vorgehaltener Hand und dichten so manche Sensation hinzu. Der Beginn der Geschichte ist schon haarsträubend und bis zu einem gewissen Punkt hat mich der Autor im Ungewissen gelassen, wer nun von den beiden männlichen Hauptprotagonisten überlebt hat. In Rückblenden und aus verschiedenen Blickwinkeln erzählen die Menschen, die in der Geschichte vorkommen ihre Sicht der Dinge oder lassen mich als Leserin an ihren Gedanken teilhaben. Die recht kurzen Kapitel haben mich das Buch schnell lesen lassen und hinzu kam noch der Aspekt, das ich unbedingt wissen wollte, wie die ganze Tragödie nun aufgelöst wird. Über das Ende kann man streiten, ob es so einfach im wahren Leben wirklich sein könnte. Ich habe dazu meine eigene Meinung, aber es wird wohl vom Autor so gewollt sein. Zudem erlebt man eine Achterbahn der Gefühle, denn das Buch vereint fast alle Facetten die ein Mensch fühlen und erleben kann. Von Liebe und Hass, von Leben und Tod, von Glück und Pech, von Neid, Missgunst, Rache, Eifersucht und unbändiger Wut auf alles und jeden. 



Fazit
Durch die leichten Spannungselemente würde ich das Buch eher als Krimi einstufen und nicht als Roman. Erstaunlich das man so viele verschiedene Gefühle in 247 Seiten packen kann.



Meine Lese-Zeit für dieses Buch

Beginn: Samstag, 17.02.2018
Ende: Sonntag, 18.02.2018





Samstag, 17. Februar 2018

Aus nächster Nähe - LS Hawker




** Aus nächster Nähe **

von 

~~ LS Hawker ~~



Thriller
352 Seiten
erschienen
am 05.Februar 2018
im Verlag HARPER COLLINS



Kurz zur Geschichte
(lt. Verlagsseite)
Das Leben war nicht immer gut zu Nessa Donati. Doch inzwischen konnte sie sich ihr eigenes kleines Glück aufbauen. Mit ihrem Mann John, ihrem Sohn Daltrey und dem Zurücklassen ihrer Vergangenheit. Doch plötzlich verschwindet John und die Polizei befragt sie als Verdächtige. Kurz darauf beginnen die Attacken: Erst im Internet, dann darüber hinaus. Sie fühlt sich verfolgt. Wer ist es, der sie mit ihren Geheimnissen quält? Und wie weit wird er gehen?



Meine Meinung
Der erste Thriller *Grausames Erbe* von LS Hawker hatte mir schon super gefallen, deswegen habe ich mich sehr auf diese Story gefreut.
Nessa Donati hat kein einfaches Lebens, weder aktuell noch ist ihre Vergangenheit toll gewesen. Ich war mir das ganze Buch über lang nicht sicher, ob ich Mitleid mit Nessa haben sollte, oder ob sie nicht doch alles in die Wege geleitet hat, um von sich als Täterin abzulenken und als das arme Opfer da zu stehen. Zwischendrin hat die Autorin Charaktere eingebaut, denen ich aber auch alles hätte zutrauen können. Einige Zufälle, die dann doch keine waren, haben mich wieder stutzig werden lassen. Irgendwann hatte ich alle Personen einmal in Verdacht. Doch die Lösung des Falles hat mir kurz den Atem stocken lassen, denn diese Wendung hatte ich gar nicht auf dem Schirm gehabt. Hier hat mich LS Hawker total überrascht und ich fand es einfach klasse. In letzter Zeit hatte ich bei einigen Thrillern oftmals das Gefühl, das die Lösungen irgendwie an den Haaren herbeigezogen wurden oder völlig unlogisch waren, aber hier nahm die Dramatik zu und die Spannung erreichte ihren Höhepunkt. Leider ging mir der Spannungsbogen in einigen Teilen des Buches verloren, so das ich nicht davon reden kann von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt gewesen zu sein, aber das Leben von Nessa, der Hauptperson, und ihrer düsteren Vergangenheit hat mir gefallen. Der Schreibstil ist gut und schnell zu lesen, nur an einigen Stellen plätscherte leider die Story etwas vor sich. Hier hätte ich mir mehr Nervenkitzel und mehr emotionale Spannung gewünscht.



Fazit
Ein Thriller mit leichten Abstrichen bei der nicht ganz durchgehenden Spannung, aber mit einem Ende das es wirklich in sich hat. 



Meine Lese-Zeit für dieses Buch
Beginn: Dienstag, 13.02.2018
Ende: Samstag, 17.02.2018



Link zur Rezension des ersten Thriller´s der Autorin

klick ---> LS Hawker- Grausames Erbe <--- klick

Dienstag, 13. Februar 2018

Zwentibolds Rache - Jürgen Schmidt



** Zwentibolds Rache **

von

~~ Jürgen Schmidt ~~



Krimi
220 Seiten
erscheint 
am 15. Februar 2018
im Verlag EDITION OBERKASSEL



Kurz zur Geschichte
(lt. Verlagsseite)
Claudia und Bernd Bödecker feiern mit Freunden und Bekannten im heimischen Garten ausgelassen ihren zehnten Hochzeitstag. Mit dabei sind Andreas Mücke und seine Partnerin Jessica Reinders. Alles passt an diesem herrlichen Juniabend in Bad Münstereifel zusammen, wäre da nicht der angetrunkene Schriftsteller Philipp Scharner aus Rheinbach. Nachdem er diverse Frauen angebaggert hat, wirft der Gastgeber ihn schließlich raus. In der gleichen Nacht wird Bernd Bödecker mit einer Flasche tödlich zu Boden geschlagen. Der tatverdächtige Autor bittet ausgerechnet Privatdetektiv Mücke um Hilfe. Vieles spricht gegen den unliebsamen Schriftsteller – nur das Motiv überzeugt nicht. Mücke nimmt den Auftrag zögernd an und stößt bald auf weitere Spuren. Doch Scharner, dessen Freundin Hannah und der Anwalt verheimlichen dem Ermittler entscheidende Hinweise.
Erst als eine unbekannte Person mit dem zweifelhaften Namen “Zwentibold” ins Spiel kommt, gelangt Licht in das Dunkel des Falls.


Meine Meinung
Ein guter Krimi, im Stile von Jürgen Schmidt. Mit Band 1 „Lesereise in den Tod“ konnte der Autor mich mit seinem Privatdetektiv Andreas Mücke überzeugen und mit diesem neuen Buch haben sich Beide nochmals weiterentwickelt, Detektive sowie auch der Autor. Ich mag Schmidt´s Schreibstil, kurz, knackig und nichts das groß und ellenlang beschrieben wird. Selbst die Charaktere werden nicht ausufernd vorgestellt, ich meine vom Aussehen her, hier kommen eher die inneren Werte und die Eigenschaften zum Vorschein, was mir ausgesprochen gut gefällt. Der Autor hat eine besondere Art einen Kriminalfall anzugehen, er stupst den Leser nicht direkt mit der Nase auf alle Kleinigkeiten, hier wird man beim Lesen animiert, mitzudenken und die eigenen Schlüsse zu ziehen. Ich lasse mal dahingestellt sein, ob man am Ende damit richtig liegt oder nicht, aber ich finde es super, das man nicht alles haarklein vorgekaut bekommt, sondern sich einige Teile des Plots selbst „erarbeiten“ kann. Die verschiedenen persönlichen Einstellungen und Gedanken der Personen lernt man eher durch die Dialoge kennen, nicht durch vorgegebene Darstellungen.
Mit Andreas Mücke ist ein Protagonist entstanden, der versucht alles unter einen Hut zu bekommen. Seinen Job, seine beiden Kinder die ihn regelmäßig besuchen, von deren Müttern er getrennt lebt und das Privatleben mit seiner neuen Freundin Jessica, nebenbei noch einkaufen und den Haushalt schmeißen. Neben dem eigentlichen Kriminalfall, spielt das Privateben von Mücke eine große Rolle. Gerade bei dieser Geschichte, da der Tote sein bester Freund war. Der Autor versteht es den Mord und die weiteren Gewaltdelikte nicht brutal und nicht bluttriefend zu beschreiben. Das hat dieser Krimi auch nicht nötig, so wie es beschrieben wird, so passt es einfach.



Fazit
Ein solider, spannender und guter Krimi aus Bad Münstereifel und Umgebung, der ohne Gewaltbeschreibungen auskommt und mit Andreas Mücke einen tollen Protagonisten aufweist, dem ich noch einige zu lösende Fälle wünsche.



Hier noch der Link zu meiner Rezension des ersten Bandes






Sonntag, 4. Februar 2018

Wolfswut - Andreas Gößling




** Wolfswut **

von 

~~ Andreas Gößling ~


True Crime Thriller
528 Seiten
erschienen
am 12. Januar 2018
im KNAUR TB Verlag




Kurz zur Geschichte
(lt. Verlagsseite)
Ein paar harmlos aussehende Fässer in der Garage ihres verstorbenen Vaters verwandeln das Leben von Lotte Soltau in einen Trümmerhaufen: In den Fässern lagern fünf brutal zerstückelte Frauen, teilweise müssen die Verstümmelungen bei lebendigem Leib zugefügt worden sein. Während Lotte noch versucht zu begreifen, wie ihr Vater, ein geselliger, musisch begabter Mann, zu den Taten eines Serienkillers fähig sein konnte, geschieht ein neuer grausiger Mord, diesmal an einem 16-jährigen Jungen. Und die Tat trägt eindeutig die Handschrift des toten Soltau.



Meine Meinung
Da mir die True-Crime-Trilogie, zusammen geschrieben mit Michael Tsokos,  schon gut gefallen hat, war ich sehr gespannt auf diesen "solo" geschriebenen Thriller des Autors. Zu Beginn konnten mich die Auffindesituationen, das Drumherum des Tatortes und die Vorgehensweise der Ermittler sofort begeistern. Das Grundgerüst dieser Story ist der wahre Fall des Säurefassmörders der auch durch die Presse ging. Auf dieser Grundlage hat Andreas Gößling seine Thrillerstory herumgebaut, ausgeweitet und konstruiert. Doch in der Mitte des Buches etwa hat der Autor mich kurzzeitig "verloren". Ich irrte zwischen vielen Namen und Personen herum, an einigen Stellen wurde mir der Plot zu verwirrend. Einige Gedankengänge der Ermittler, vor allem von Hallstein, waren für mich nicht nachvollziehbar und ihre Handlungen waren mir suspekt. Ihr Kollege, Max Lohmeyer dagegen, gefiel mir menschlich besser. Zartbesaitete LeserInnen sollten lieber die Hände davon lassen, denn es werden schon extremst eklige und widerliche Tatausführungen beschrieben, die einfach unvorstellbar sind. Gut geschrieben sind die Abschnitte wo man in die kranke Gedankenwelt der Personen eintaucht, die sich an dem Leid wehrlos ausgelieferter Menschen ergötzen und befriedigen. Hier hat der Autor wiederum sein Können bewiesen und mich "zurückgeholt" in den Verlauf der Geschichte. Das Ende hingegen ist wieder recht spannend und überraschend ausgefallen, womit ich gar nicht mehr gerechnet hatte. 



Fazit
Alles in allem ein gut unterhaltender True-Crime-Thriller, der meiner Meinung nach einige Länge aufweist und deshalb dem Leser einiges an Durchhaltevermögen abverlangt. 



Meine Lesezeit für dieses Buch

Beginn: Sonntag, 28.01.2018
Ende: Sonntag, 04.02.2018

Sonntag, 28. Januar 2018

Die Namen der Toten - Sarah Bailey




** Die Namen der Toten **

von 

~~ Sarah Bailey ~~



Krimi
Band 1 
Detective Richard Vega
464 Seiten
erschienen
am 09. Januar 2018
im PENGUIN Verlag
(Randomhouse)



Kurz zur Geschichte
(lt. Verlagsseite)
Detective Richard Vega fühlt sich wie in einem schlechten Traum, als nahe der südenglischen Kleinstadt Tunbridge Wells die Leiche eines 15-Jährigen gefunden wird. Denn vor sechs Jahren stand er an derselben Stelle schon einmal über die Leiche eines Teenagers gebeugt, der auf dieselbe Weise getötet wurde. Sitzt der Falsche dafür im Gefängnis? Hat Vega erneut Schuld auf sich geladen? Es wäre nicht der erste Tod, der auf seinem Gewissen lastet. Doch dieses Kapitel seines Lebens versucht er zu vergessen. Bis eines Tages ein Mann vor seiner Tür steht und Antworten fordert.



Meine Meinung
Dieses Buch ist Band 1 der neuen Krimi-Serie von Sarah Bailey. 
Mit Detective Richard Vega hat die Autorin einen nicht alltäglichen Mann aus dem Hut gezaubert. Vega hat eine Vergangenheit hinter sich als Militärgeistlicher, bevor er zur Polizei ging. In seinem aktuellen Job gilt er als knallhart, aber trotz allem kommt auch seine verletzliche Seite zum Vorschein. Im Privatleben, das sich durch das Verhältnis zu seiner Vorgesetzten Rosen ab und zu etwas schwierig gestaltet, ist er aber immer ruhig und besonnen. Bis seine Mitbewohnerin Cherry ihn allein zurücklässt. Die Charakterzüge von Vega sind gar nicht so einfach zu beschreiben und dadurch habe ich endlich mal wieder seit langer Zeit einen Cop erlebt, der "anders ist" und aus der Masse heraus sticht. Beim Lesen denkt man Vega etwas zu durchschauen, aber dann öffnet er wieder eine andere Tür aus seinem Leben und er steht wieder in einem völlig anderen Licht da. Alleine dafür war der Krimi schon lesenswert. Hinzu kommt natürlich noch der spannende Krimi-Plot, wo ich bis zum Ende rätseln konnte, wer nun der oder die Täter waren. Die Autorin legt mehrere falsche Fährten aus, die aber alle hätten gut möglich sein können, um mir dann am Ende doch noch eine andere Lösung auf den Tisch zu knallen. Sarah Bailey´s Schreibstil lässt sich gut lesen, locker, flockig, bildlich und sehr ausdrucksstark.
Einziger, kleiner Minuspunkt: Ich hatte manchmal, durch einige Namensabkürzungen oder das Erwähnen des Vornamens, dann wieder des Nachnamens, Schwierigkeiten bei den Protagonisten. Das könnte vielleicht noch etwas verbessert werden. 



Fazit
Ich hoffe sehr, das der Verlag noch weitere Fälle mit Richard Vega veröffentlichen wird, denn ich würde gerne noch mehr von seinem Privatleben erfahren, wie es mit seiner Beziehung zu Rosen weitergeht und was für spannende Kriminalfälle er noch lösen muss. 



Meine Lese-Zeit für dieses Buch

Beginn: Donnerstag, 25.01.2018
Ende: Sonntag, 28.01.2018